Reaktionen: Jubel in Österreich

14. März 2006, 18:03
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Allgemein wird der Zuschlag an den Wiener Flughafen für die Airports in Bratislava und Kosice begrüßt

Der heutige Zuschlag durch die slowakische Regierung für das österreichische Konsortium TwoOne für den Kauf der Mehrheitsanteile an den Flughäfen Bratislava und Kosice ist eine "enorme wirtschaftliche Chance" für den Großraum Wien-Bratislava, der zu den großen Hoffnungs-Regionen Europas zählt, stellte Verkehrstaatssekretär Helmut Kukacka (V) am Mittwoch fest.

Durch die Entscheidung komme es zu einer "enormen Standortaufwertung der Region". Die zu erwartende positive Entwicklung mache aber auch die Attraktivierung der Verkehrsverbindungen zwischen den beiden 60 Kilometer von einander entfernten Städten notwendig.

Im Schienenverkehr hätten die Planungen für den Neubau der Götzendorfer Schleife südlich der Donau (neue Verbindung zwischen Flughafen Wien-Schwechat und der Ostbahn) bereits begonnen. Der Baubeginn sei voraussichtlich 2007 und solle bis zum Jahr 2011 abgeschlossen sein. Damit gäbe es dann eine durchgehend elektrifizierte Hochleistungsverbindung (CAT - City Airport Train) zwischen Flughafen Wien und Bratislava, so Kukacka. Nördlich der Donau sei der Ausbau der Schienenstrecke von Wien nach Bratislava über den so genannten Marchegger Ast vorgesehen. Vom neuen Bahnhof Wien (derzeit Süd- und Ostbahnhof) zum Hauptbahnhof nach Bratislava werde man über den Marchegger Ast nördlich der Donau nur etwa 40 Minuten benötigen, zwischen Flughafen Wien und Flughafen Bratislava südlich der Donau nur mehr 30 Minuten.

Im Straßenverkehr werde mit der Nordost Autobahn A6, der so genannten Spange Kittsee, ebenfalls ein wesentlicher Lückenschluss nach Bratislava geschaffen, so Kukacka. Bei der neuen Nordost Autobahn (A 6) handle es sich um eine etwa 22 km lange Autobahn die vom Grenzort Kittsee nach Parndorf führt, wo sie in die bestehende Ost-Autobahn (A4) münden werde.

Die Slowakei habe ihre Autobahn D2, von Bratislava bis Kittsee, bereits seit längerer Zeit fertig gestellt, Österreich werde mit Ende 2007 den Autobahnlückenschluss zwischen Wien und Bratislava vollenden. Die Kosten für die A 6, die insgesamt 37 Brücken umfasst, lägen bei rund 154 Millionen Euro.

Schub für "Arbeitsplatz NÖ"

Ein niederösterreichischer Leitbetrieb habe sich "im internationalen Wettbewerb gegen Konkurrenz aus der ganzen Welt durchgesetzt". Mit diesen Worten kommentierte Landeshauptmann Erwin Pröll (V) den Zuschlag der Airports an den Flughafen Wien. Damit verbunden sein werde auch ein enormer Schub für den "Arbeitsplatz Niederösterreich".

Der Erfolg des Flughafens Wien sei ein "Meilenstein auf dem niederösterreichischen Weg in die Champions-League in Europa", betonte Pröll. Die Entscheidung für den Flughafen Wien sei ein wichtiger strategischer Schritt, mit dem die Drehscheibenfunktion im europäischen Flugverkehr ausgebaut werden könne.

Was den zu erwartenden Arbeitsplatz-Schub für Niederösterreich betreffe, erinnerte der Landeshauptmann daran, dass auf dem Airport schon jetzt etwa 15.000 Menschen beschäftigt seien. Die neue Perspektive lasse in den kommenden fünf Jahren 5.000 neue Arbeitsplätze erwarten.

Aufsichtsratschef Coreth begrüßt Kooperation

Die Flughafen-Allianz bringe Vorteile für die Region und sei eine "große Chance mit einem enormen Wachstumspotenzial" für die Region Wien - Niederösterreich - Bratislava, so der Aufsichtsratspräsident des Flughafens Wien und stellvertretende Vorstandsvorsitzende der NÖ Versicherung, Johannes Coreth.

Diese Region zähle zu den dynamischsten in Europa und stehe im Wettbewerb mit anderen Regionen wie Mailand, München oder Prag, so Coreth. Um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können, müssten entsprechende Standortfaktoren entwickelt werden, zu denen auch die Verkehrsinfrastruktur zähle. In dieser Region könnten durch intensive Investitionen und durch den prognostizierten Aufschwung der Luftfahrt in den nächsten Jahren mehr als 20.000 neue Arbeitsplätze entstehen.

CAT-Verbindung nach Pressburg "ideal"

"Ideal" wäre laut Flughafen Wien-Vorstandsdirektor Gerhard Schmid eine Schienenverbindung in Form des verlängerten City Airport Train (CAT).

Die Fahrzeit von der Wiener City zum Flughafen Preßburg sollte - wie auch Vorstandssprecher Herbert Kaufmann betont hatte - weniger als eine Stunde betragen. Eine "vernünftige Verbindung" sei "so rasch wie möglich" das Ziel, sagte. Er verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass der Planungsprozess für die Götzendorfer Spange "voll im Gang" sei. Der Flughafen Wien vertraue darauf, dass danach "die unmittelbare Umsetzung beginnt" und es "keine Verzögerung beim Bau" gebe. Schmid erinnerte dran, dass vom Konsortium die Errichtung eines Bahnhofes beim Airport der slowakischen Hauptstadt vorgesehen sei.

Ebenfalls geplant ist laut dem Vorstandsdirektor, für Preßburg einen City-Check-in schon in Wien anzubieten. Bis es eine Bahnverbindung gibt, sollen vorerst - quasi als "Schienenersatzverkehr" - Busse zum Flughafen der slowakischen Hauptstadt verkehren.

Mit dem Bau für die CAT-Verlängerung soll den derzeitigen Plänen zufolge ab 2007/08 begonnen werden, eine Inbetriebnahme wird ab 2009 erwartet.

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