ÖSV-Trio am Donnerstag voran

5. Februar 2006, 14:32
7 Postings

Walchhofer vor Gruber und Kröll im Abfahrts-Training von Chamonix - Miller ist wieder da, verletzter Matt reiste ab

Chamonix/Frankreich - Im einmal mehr von Bremseinlagen geprägten Abschlusstraining für die Weltcup-Abfahrt in Chamonix lag am Donnerstag ein ÖSV-Trio voran: Abfahrts-Weltcup-Leader Michael Walchhofer war in 1:57,36 Minuten am schnellsten, dahinter folgten seine Teamkollegen Christoph Gruber (+0,41) und Klaus Kröll (0,55). Am Freitag beginnt in Frankreich das letzte Weltcup-Wochenende vor Olympia mit der Super-Kombination (11:00 Uhr Abfahrt, 14:00 Uhr Slalom), am Samstag erfolgt mit der Spezial-Abfahrt (11:00 Uhr) endgültig die Generalprobe für Sestriere.

Walchhofer wäre im Donnerstag-Training beinahe gestürzt, nach einem Sprung verhinderte der Salzburger in enormer Schräglage mit Mühe einen schweren Crash. "Das war eine riesige Schrecksekunde, ich hatte großes Glück. Dann habe ich mir gedacht: 'Jetzt musst du angasen.' Aber leider war ich im Endeffekt zu schnell", so Walchhofer, der in weiser Voraussicht schon fürs Training die Nummer 30 gewählt hatte.

Mentale Pause Walchhofers

Der 30-Jährige glaubt jedoch, dass die hohe Nummer im Gegensatz zu Garmisch kein allzu großer Nachteil sein wird. "Weil die Sonne im unteren Teil erst spät herauskommt. Und mit Nummer 30 ein Rennen zu gewinnen, ist eindeutig das Schönste. Das habe ich in Kitzbühel gemerkt." In Garmisch, wo Walchhofer "nur" Zehnter war, legte der Weltmeister 2003 laut eigenen Angaben eine "mentale Pause" ein, doch in Chamonix ist Walchhofer wieder ganz der Alte. "Jetzt geh ich's wieder an. Vor Olympia noch einmal zu gewinnen wäre ganz gut fürs Selbstvertrauen."

Auch in der Super-Kombi zählt Walchhofer gemeinsam mit Benni Raich, Rainer Schönfelder und Bode Miller zu den Topfavoriten, sein Ziel sind die Top-Drei. Vor dem Abfahrtstraining hatte Walchhofer, Sieger der Val d'Isere-Kombi, sogar noch eine Slalom-Einheit eingeschoben. Der Schwierigkeitsgrad wird in Abfahrt und Slalom eher im unteren Bereich angesiedelt sein, deshalb ist ein enges Rennen zu erwarten.

Raich wünscht sich Kombi-Kristallkugel

Da Kitzbühel-Kombi-Sieger Raich im Abfahrts-Training nur 1,33 Sekunden verlor, dürfte der Pitztaler am Freitag schwer zu schlagen sein. "Aber auf Grund des flachen Slalom-Hanges muss man auf Walchhofer aufpassen", weiß Raich, der sich schon im kommenden Winter mehr Weltcup-Anerkennung für die Kombinierer wünscht. "Ich hoffe, dass die Kombi weiter ausgebaut wird, und dass es eine Kombi-Kristallkugel gibt."

Gruber tankte Selbstvertrauen

Neben Walchhofer, Raich und Schönfelder (der Kärntner verlor am Donnerstag nur 2,37 Sekunden auf Walchhofer) starten in der Kombi auch Gruber und Hermann Maier. Gruber, Super-G-Sieger von Garmisch, war im Training Zweiter und damit "zu schnell". "Am Mittwoch war ich so weit hinten, da habe ich heute einiges probiert. Netto ist das zwar auf Grund der allgemeinen Bremserei kein zweiter Platz, aber trotzdem gibt es Selbstvertrauen." Hermann Maier, am Donnerstag Neunter, wird es wie immer in der Kombi handhaben: "Erst nach der Abfahrt entscheide ich, ob ich auch den Slalom fahre."

Miller von Dubai nach Chamonix

Wieder mit von der Partie ist in Chamonix Bode Miller. Der Amerikaner ist am Mittwoch blendend erholt und braun gebrannt von seinem Dubai-Abstecher nach Chamonix gekommen. In Dubai hat Miller viel Zeit auf dem Golfplatz und mit seinem Bruder Chelone verbracht, die Batterien für Olympia sind eine Woche vor Beginn der Spiele wieder voll.

"Sein Timeout hatte rein private Gründe. Es hat ihm mental sehr gut getan", meinte Millers PR-Mann Marc Habermann. Zu einem möglichen Rücktritt seines Schützlings mit Saisonende meinte Habermann: "Ich kann es mir nicht vorstellen, aber bei Bode weiß man nie. Er ist unberechenbar. Wenn er Olympiasieger wird und im Sommer keine Motivation mehr hat, wer weiß."

Matt: "Schreck in den Knochen"

Mario Matt hat hingegen nach seinem schweren Mittwoch-Sturz die Heimreise angetreten. "Es macht keinen Sinn, hier etwas zu riskieren. Außerdem sitzt mir noch der Schreck in den Knochen. Ich hatte Glück, dass nicht mehr passiert ist", weiß der Tiroler, der sich u.a. eine Schuhrandprellung zugezogen hatte. Matt will nun die Verletzung ausheilen und dann bei Olympia zwecks Kombination ins Abfahrts-Training einsteigen. "Ich will in der Kombi unbedingt starten. Was dann punkto Slalom passiert, muss man abwarten." (APA)

Donnerstag:

1. Michael Walchhofer  AUT 1:57,35 
2. Christoph Gruber    AUT 1:57,76 
3. Klaus Kröll         AUT 1:57,90 
4. Antoine Deneriaz    FRA 1:58,06 
5. Ambrosi Hoffmann    SUI 1:58,15 
6. Peter Fill          ITA 1:58,23 
7. Axsel Lund Svindal  NOR 1:58,24 
8. Scott Macartney     USA 1:58,25 
9. Hermann Maier       AUT 1:58,26 
10. Pierre Emmanuel-D. FRA 1:58,33 
. Marco Büchel         LIE 1:58,33 
12. Fritz Strobl       AUT 1:58,44 
. Parik Järbyn         SWE 1:58,44 
14. Kurt Sulzenbacher  ITA 1:58,54 
15. Andreas Buder      AUT 1:58,58 
18. Benjamin Raich     AUT 1:58,68
22. Bode Miller        USA 1:58,85 
25. Josef Strobl       SLO 1:58,96 
39. Daron Rahlves      USA 1:59,54 
44. Rainer Schönfelder AUT 1:59,72 
46. Andreas Schifferer AUT 1:59,78 

Mittwoch:

 1. Marco Büchel (LIE)       1:57,41
 2. Antoine Deneriaz (FRA)    + 0,70
 3. Kristian Ghedina (ITA)      0,81
 4. Michael Walchhofer (AUT)    1,42
  . Aksel-Lund Svindal (NOR)    1,42
 6. Fritz Strobl (AUT)          1,49
  . Pierre-Emanuel Dalcin (FRA) 1,49
 8. Didier Cuche (SUI)          1,53
 9. Patrik Järbyn (SWE)         1,60
10. Klaus Kröll (AUT)           1,65
    weiter:
13. Hermann Maier (AUT)         1,71
14. Andreas Schifferer (AUT)    1,78
16. Josef Strobl (SLO)          1,90
17. Andreas Buder (AUT)         1,98
24. Daron Rahlves (USA)         2,50
37. Christoph Gruber (AUT)      3,00
41. Rainer Schönfelder (AUT)    3,21
46. Benjamin Raich (AUT)        3,58
  • Walchhofer - bärig unterwegs.

    Walchhofer - bärig unterwegs.

Share if you care.