Selbstbedienungs-Strecken: Es wird mit 60 Euro gestraft

28. Juni 2006, 16:26
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Auf 16 ÖBB-Strecken werden Fahrscheine nur noch beim Automaten verkauft - Seniorenbund kritisiert problematische Regelung

Wien - 60 Euro Strafe müssen ÖBB-Kunden seit Mittwoch zahlen, wenn sie ohne Fahrschein in einem jener Züge angetroffen werden, in denen derzeit das Pilotprojekt der Bundesbahnen läuft. Tickets gibt es auf diesen 16 ausgewählten Strecken nur noch beim Automaten am Bahnhof. Kritik für diese Regelung kam vom Seniorenbund, der die sofortige Abschaffung dieser "Strafregelung" forderte. "Viele Menschen haben Probleme mit den Fahrschein-Automaten der ÖBB. Und jetzt soll man sofort Strafe zahlen, nur weil man - beispielsweise aus zeitlichen Gründen - ohne Karte in den Zug steigen muss?"

"Ohne Vorwarnung" habe die ÖBB mehrere Verbindungen zu "Selbstbedienungs-Strecken" deklariert: "Diese Regelung ist alles andere als kundenfreundlich - wir fordern, diese Bestimmung sofort rückgängig zu machen", zürnte Wilhelm Mohaup Sprecher des Österreichischen Seniorenbundes.

Einschulungen in den Bahnhöfen

Die ÖBB konterte prompt: Man werde die neue Regelung nicht rückgängig machen. Es handle sich um ein Pilotprojekt auf 16 Teststrecken. "Wir werden uns die Reaktionen der Kunden und des Bahnpersonals ganz genau anschauen", so Katharina Gürtler, Sprecherin des ÖBB-Personenverkehrs. "Wir haben im Vorfeld viel informiert. Die Automaten sind sehr einfach zu bedienen. Außerdem bieten wir regelmäßig Einschulungen in den Bahnhöfen an."

"Doch es werde "niemand ungerechtfertigt bestraft". Sollte ein Automat kaputt sein, könne dies überprüft werden. 60 Euro müssten nur jene Bahnfahrer bezahlen, die "bewusst ohne Ticket" unterwegs sind. (APA)

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