Zu den Vorgängen um die Besetzung des ORF-Büros Peking beschloss der Redakteursausschuss folgende Resolution

14. Juni 2006, 22:39
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Nichts legitimiert den öffentlich-rechtlichen Status des ORF auch nur annähernd so sehr wie die Qualität der ORF-Information. Schon alleine deshalb sollte es selbstverständlich sein, dass die ORF-Geschäftsführung mit den Journalistinnen und Journalisten des Unternehmens professionell umgeht. Es darf nicht der Eindruck erweckt werden, dass bei der Besetzung von journalistischen Funktionen Qualitätskriterien zu vernachlässigende Nebensachen seien. Genau das ist aber im Fall der Besetzung des neuen ORF Büros in Peking geschehen.

Nach reiflichen Überlegungen und Konsens aller dafür Zuständigen entschied sich die Geschäftsführung für Helmut Opletal und teilte am 29. Dezember 2005 der Öffentlichkeit in einer offiziellen Aussendung mit: "Der best geeignete Journalist für diese wichtige Aufgabe" sei ausgesucht worden. Der "fließend Mandarin sprechende Journalist, hoch qualifizierte und profunde Kenner des asiatischen Raums" konnte als Büroleiter gewonnen werden.

Knapp drei Wochen später war alles anders. Da wurden in- und außerhalb des Unternehmens plötzlich andere Vorstellungen geäußert und zum Teil tief ins Persönliche gehende Unterstellungen ausgestreut, die durchaus als Mobbing verstanden werden können. Diese Vorgänge haben schließlich dazu geführt, dass der für seine Berichterstattung unter anderem mit dem Renner-Preis ausgezeichnete Helmut Opletal seine Bewerbung zurückzog.

Die absolut unprofessionelle und menschenverachtende Vorgangsweise ist zu allem Überdruss auch noch geeignet in der Öffentlichkeit den Eindruck zu erwecken, dass für die Besetzung wesentlicher journalistischer Funktionen nicht ausschließlich journalistische Qualitätskriterien ausschlaggebend sind.

Diese von der Geschäftsführung aus nicht nach vollziehbaren Gründen herbei geführte Situation kann nur durch eine angemessene Entschuldigung bei Helmut Opletal und eine unverzügliche Neuausschreibung dieser Funktion saniert werden. (APA)

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