Kovats legt Fusionspläne auf Eis

7. März 2006, 18:36
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Der Industrielle Mirko Kovats hat seinen Plan, die Schweizer Unaxis und die österreichische A-TEC in einer Vollfusion zusammenzuführen, offenbar aufgegeben.

Wien - Mirko Kovats wird die Schweizer Unaxis und die österreichische A-TEC vorläufig doch nicht zusammenführen. Nach dem Montag bekannt gewordenen Rückzug von Kovats aus dem Unaxis-Hauptaktionär Victory Industrie Beteiligungs Gesellschaft, rechnet man in Beobachterkreisen in Zürich damit, dass das Thema vom Tisch ist.

Kovats selbst, der in Zürich als einer der Befürworter eines Mergers galt, bestätigte diese Version indirekt: Die Fusion zwischen den beiden Firmen sei "derzeit kein Thema", ließ er am Dienstag ausrichten.

Der Rückzug von Kovats aus der Victory kam wenige Tage vor dem Bekanntwerden einer Studie von Morgan Stanley über Möglichkeiten eines Zusammengehens des Schweizer Technologiekonzerns mit dem österreichischen Mischkonzern A-TEC. Während es bisher meistens geheißen hatte, die Investmentbank prüfe eine /Übernahme bzw. Fusion, betonte ein Unaxis-Sprecher am Dienstag, die Prüfung beziehe sich darauf, "ob Teile der A-TEC von Interesse für die Unaxis sind".

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Als dezidierter Gegner einer Übernahme gilt Unaxis-Vorstandschef Markus Limberger, der lediglich an der ATB, der Motoren-Sparte des A-TEC-Konzerns, interessiert sein soll. Pecik glaube eher, dass die Unaxis den "Turnaround" schneller allein als zusammen mit der A-TEC schaffe, meinte ein Branchenbeobachter zur APA. "Aber ich gehe davon aus, dass Kovats und Pecik gute Freunde bleiben", sagte der Schweizer Beobachter, der nicht glaubt, dass der Kovats-Rückzug auf ein Zerwürfnis mit Pecik zurückzuführen ist.

Wie bekannt hat Kovats gleichzeitig mit der Abgabe des Drittelanteils an der Victory seine Anteile an der A-TEC aufgestockt. So hält die MUST-Privatstiftung von Kovats nun 69,5 Prozent der A-TEC-Anteile, die RPR-Privatstiftung (Pecik) 23 Prozent und die Loidolt Privatstiftung von Christian Schmidt 7,5 Prozent der Aktien. Damit sind weitere 19,5 Prozent der A-TEC-Aktien von Pecik zu Kovats gewandert.

Das von Kovats bisher an Victory gehaltene Aktien-Paket dürfte auf Basis des aktuellen Unaxis-Kurses etwa 400 Millionen Euro wert sein. Sollte die Hälfte davon (ohne weiteren Ausgleich) mit 20 Prozent an der A-TEC abgetauscht worden sein, hat Kovats viel dafür bezahlt. Der österreichische Mischkonzern wäre in einer solchen Bewertung nämlich etwa eine Milliarde Euro wert. (APA)

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