Hans Knauß fährt FIA-GT-WM 2006

17. März 2006, 19:56
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Ex-Skistar wird Autorennfahrer und pilotiert für Renauer Motorsport - "Möchte diesen Sport ernsthaft ausüben"

Semmering - Hans Knauß hat die endgültige Berufung für sein Leben nach dem Skisport gefunden. Der Sieger von sieben Weltcuprennen wechselt in den Autorennsport. Der bald 35-jährige Steirer bestreitet 2006 die FIA-GT-Weltmeisterschaft für Renauer Motorsport. Dort wird Knauß einen 470 PS starken und 325 km/h schnellen Porsche 911 GT3 RS pilotieren.

Für den Riesentorlauf-Vizeweltmeister von 2003 und Olympia-Zweiten von Nagano im Super G, der im vergangenen Juli wegen eines umstrittenen Dopingfalles seine Ski-Karriere nach zwölf Jahren vorzeitig beenden musste, ist das kein Zeitvertreib mit hohem Spaßfaktor, wie er es bereits bei seinen Gastauftritten im Porsche Supercup im Vorfeld der Formel 1 bereits erlebt hat.

"Sport ernsthaft ausüben"

"Schnelle Autos haben mich immer schon fasziniert. Jetzt möchte ich diesen Sport aber ernsthaft ausüben", betonte der Schladminger, der nach seinem Rücktritt als Fernseh-Co-Kommentator im ORF, Sportberater des Landes Steiermark und Unterstützer der Schladminger WM-Bewerbung fungiert.

Das niederösterreichische Privatteam Renauer Motorsport startet mit zwei identischen Porsches in der GT-WM, die am 23. April auf dem Straßenkurs von Bukarest beginnt und nach zehn Läufen in November in Dubai endet. Piloten sind neben Knauß die Deutschen Wolfgang Kaufmann und Claus Schunk, der Österreicher Manfred Jurasz und der Tscheche Petr Valek.

Ziel ist, unter die ersten drei der GT2-Klasse (In der "großen" Klasse fahren Karl Wendlinger und Philipp Peter) zu kommen, betonte Teamchef Sepp Renauer am Dienstag bei der Präsentation auf dem Semmeringer "Zauberberg".

Dort, wo die Damen sonst um Weltcup-Punkte fahren, erfolgte der Umstieg von Knauß am Dienstag im passenden Umfeld. Er fuhr einen Riesentorlauf und stieg dann direkt mit den Skischuhen in sein neues, vierrädriges Arbeitsgerät ein. Renauer hatte Knauß im Vorjahr zu Testfahrten auf den Pannonia-Ring eingeladen, nach 16 Runden war klar, dass der Grund-Speed passt. Gesponsert wird der "zweite Bildungsweg" des Motorsport-Quereinsteigers vom steirischen Auspuff-Unternehmen Remus.

Der zweifache Familienvater und Bruder des mehrfachen Profi-Weltmeisters Bernhard Knauß, ist damit auf den Spuren seiner Ex-Kollegen Franz Klammer und Werner Grissmann oder eines Luc Alphand, der heuer bekanntlich die Dakar-Rallye gewonnen hat. Und vielleicht sogar eines Dieter Quester, der jenseits der 66 noch höchst erfolgreich Autorennen fährt.(APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Knauss steigt um.

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