Berlin: Holocaust-Mahnmal für Homosexuelle wird gebaut

31. März 2006, 12:58
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Errichtung soll "so schnell wie möglich" erfolgen

Berlin - Gut acht Monate nach Eröffnung des Holocaust-Mahnmals für die ermordeten JüdInnen Europas soll in Berlin künftig ein weiteres Denkmal an die in der Nazi-Zeit verfolgten Homosexuellen erinnern. Eine Jury empfahl die Realisierung eines entsprechenden Entwurfs von Michael Elmgreen und Ingar Dragset, wie die Berliner Senatsverwaltung für Kultur am Donnerstag mitteilte. Der Bund stelle für den Bau 450.000 Euro zur Verfügung. Das Denkmal solle "so schnell wie möglich" gebaut werden.

Ohne verbale Hilfestellung oder schriftliche Erklärungen

Es soll gegenüber dem Holocaust-Mahnmal für die ermordeten JüdInnen errichtet werden. In dem Entwurf werde offensichtlich Bezug auf die Stelen des Holocaust-Mahnmals von Richard Eisenman genommen, indem sie die Grundform einer Stele, deutlich vergrößert, zu einer Art Haus werden lasse, heißt es in der Jurybegründung. Wie durch ein Fenster blicken die BetrachterInnen auf ein in das Innere projiziertes Filmbild. Dies zeige eine endlos wirkende Kussszene zwischen zwei Männern. "Ohne verbale Hilfestellung oder schriftliche Erklärungen wird hier das Thema der Homosexualität direkt und doch subtil vorgestellt", erklären die JurorInnen. (APA/dpa)

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