Die "Saliera" ist wieder da: Blitzlichtgewitter zur Rückkehr

Redaktion, 27. Februar 2006 17:08

Besucheransturm auf Kunsthistorisches Museum blieb jedoch aus - Tourist: "Tolles Ding. Hoffentlich passt ihr jetzt besser auf sie auf."

Armer Benvenuto Cellini. Umringt von den größten Persönlichkeiten seiner Zeit sitzt er da, mit seiner Saliera auf dem Schoß. Sogar ein Spot wurde auf den italienischen Bildhauer gerichtet, der auf dem riesigen Deckengemälde des Kunsthistorischen Museums verewigt wurde. Nutzte alles nichts. Ein paar Meter darunter genoss sein Meisterstück, das derzeit wohl berühmteste Salzfass der Welt, anlässlich seiner Rückkehr das mediale Blitzlichtgewitter.

Kurz nach 10.30 Uhr öffneten sich am Dienstag die Tore zum Saal XIX. Darin dunkle Seitenwände, Bewegungsmelder, Kameras und eine blank polierte Vitrine, um die sich die Fotografen scharten. In den letzten Minuten vor dem Einlass stieg die Nervosität beim Museumspersonal. Aus den Walkie-Talkies drangen gereizte Wortfetzen. Dabei wäre so viel Aufregung gar nicht nötig gewesen. Denn der Besucheransturm auf die Saliera blieb nahezu gänzlich aus.

Alltägliches Gedränge

Alltägliches Gedränge herrschte vor dem Haupteingang und im Foyer. Schulklassen sorgten kurzzeitig für einen hohen Lärmpegel, doch die Exkursionsgruppen verloren sich nach und nach in den zahlreichen Sälen des altehrwürdigen Gebäudes. Übrig blieben Journalisten, Kameraleute und eine Hand voll Kulturinteressierter - doch von denen war niemand nur wegen des Goldenen Salzfasses gekommen.

"Wir reisen morgen ab und hatten bis jetzt keine Zeit, das Museum zu besuchen", sagte ein junges Pärchen mit Schweizer Akzent. "Vom Diebstahl der Saliera haben wir gelesen, aber deswegen sind wir eigentlich nicht hier, sondern wegen der Ägypten-Sammlung. Vielleicht schauen wir dann noch vorbei." Es sei "eine gute Sache", dass "sie" wieder da ist, doch eigentlich sei er wegen des Malers Raffael ins Museum gekommen, gesteht ein älterer Herr aus Großbritannien. Im ersten Stock, im Saal IV wird er fündig werden - genau dort, wo die Saliera gestohlen worden war.

Restaurierungsphase

Bis 19. Februar ist das am 11.5.2003 gestohlene und kürzlich wiedergefundene Objekt mit einem Schätzwert von 50 Mio. Euro noch im Kunsthistorischen Museum zu bestaunen. Danach folgt eine dreiwöchige Restaurierungsphase. Ab 14. März kehrt das goldene Salzfass dann im Rahmen der Ausstellung "Europa ohne Grenzen" wieder in den Prunkbau an der Ringstraße zurück. "Seid froh, dass ihr sie gefunden habt", brachte ein deutscher Tourist seine Saliera-Eindrücke auf den Punkt: "Tolles Ding. Hoffentlich passt ihr jetzt besser auf sie auf." (APA)

The God That Failed
 
31.01.2006 13:03

Ich brauch' auch kein Salzfass. Ich hab' einen kleinen Salzstreuer daheim.
Hoffentlich stiehlt den keiner. Vorsichtshalber sollte ich ihn irgenwo vergraben. Hoffentlich find' ich ihn in zwei Jahren wieder ;-))

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