Klimaforscher skizzieren erneut Horrorszenario

12. Juli 2006, 14:33
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Diskussion darüber, wann der so genannte "point of no return" erreicht sein wird - nur noch wenig Zeit für Gegenmaßnahmen

Washington - Nachdem sich die meisten Wissenschafter darauf geeinigt haben, dass der Mensch die Hauptschuld an der drastischen Klimaerwärmung der vergangenen Jahrzehnte trägt, wird nun darüber diskutiert, wann der so genannte "point of no return" erreicht sein wird - jener Zeitpunkt, an dem selbst massive Gegenmaßnahmen die Klimaspirale und deren fatale Auswirkungen nicht mehr stoppen können. Dieser sei laut "Washington Post" sehr nah. Die düstersten Forscherprognosen datieren ihn auf 2035.

Steigende Wassertemperaturen hätten Korallenriffe und andere Ökosysteme bereits so weit geschädigt, dass die Fischerei in drei Jahrzehnten zusammenbreche. Laufende Gletscherschmelze führe zu einem zerstörerischen Ansteigen des Meeresspiegels: Bei anhaltendem Trend steige er australischen Studien zufolge im laufenden Jahrhundert um bis zu 34 Zentimeter (seit 1870 ist er um knapp 20 Zentimeter gestiegen), Überflutungen nähmen zu, weite Küstenstriche würden unbewohnbar. Und bei fortschreitender Erwärmung kollabierten in spätestens zwei Jahrhunderten die das Klima beeinflussenden Meeresströmungen.

Laut Nasa-Klimaforschern, die das vorige Jahr als wärmstes seit Bestehen der Aufzeichnungen einstufen, führe ein weiterer globaler Temperaturanstieg um zwei Grad Celsius (in einigen Jahrzehnten erreichbar) zur weiteren Verwüstung Afrikas: Trinkwasserknappheit für bis zu 2,8 Mrd. Menschen, gewaltige Migrationswellen Richtung Europa und USA, dort massiver Rückgang der Ernten.(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 31. 1. 2006)

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