Lugner: "Ich bin kein Playboy"

23. Februar 2006, 17:02
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Baumeister beeidet sein sexuelles Desinteresse - "Alles Mozart" am 23. Februar

Wien - Normalerweise hat der Baumeister robustere Nerven. Denn es war ja wohl kaum ihr sprühender Geist, der Carmen Electra eine Rolle in "Baywatch" verschaffte und sie derzeit ins Herrenmagazin Hustler bringt. Als ernsthafte Gefährdung der moralischen Integrität einer solchen Frau zu gelten, würden weit wildere Kerle als Richard Lugner als Kompliment sehen. Normalerweise.

Aber Opernballvorspielzeit hat mit "normalerweise" nichts zu tun. Und so erklärt Lugner am Montag im Gespräch mit dem STANDARD genervt, dass "ich gerade beim Zanger (Georg, Rechtsanwalt, Anm.) war. Weil ich mich wehren muss." Es gehe um seinen Ruf als Familienvater - und um seinen Gast. Nachdem US-Medien berichtet hatten, dass Lugners diesjähriger Opernballgast Carmen Electra ein "Date" mit dem "Playboy" Lugner habe, ließ ihr Management ausrichten, Frau Electra sei eine verheiratete Frau und "überdenke" nun ihr Wien-Engagement. Für "Dates" sei das Starlet nicht buchbar.

Ergo deponierte der Baumeister sein sexuelles Desinteresse am Männertraum. An Eides statt. "Schaun sie mich an: Ich bin doch kein Playboy", klagt Lugner am Telefon. Und wenn Frau Electra das doch anders sieht? "Ein Missverständnis! Ich brauch kein Katastrophenszenario."

Mühsam, gibt Lugner zu, sei das alljährliche Getue mit seinen Gästen aber schon: "Langsam lässt der Spaßfaktor nach. Man weiß nie, was da als nächstes auftaucht." Aber daran, sich die Zores einfach zu ersparen, sei nicht zu denken: "Der Opernball ist ein Event, aber die Autogrammstunde in der Lugner-City ist das, was wir brauchen - das ist harte Arbeit, aber eben auch erfolgreiche Arbeit. Deswegen werde ich das mit den Ballgästen nicht so bald lassen, wie es in solchen Augenblicken vielleicht vernünftig erscheinen würde."

Stargast Mozart

Um Mozart kommt auch der Wiener Opernball im Mozartjahr nicht umhin. Am 23. Februar müsste es daher eigentlich "Alles Mozart" heißen. Im Mittelpunkt steht eine Collage seiner Werke - ein Potpourrie aus "Altbewährtem". Statt dem obligaten Krönchen gibt es für die Damen erstmals ein Diadem - von Swarovski.

Apropos - ein Opernball ohne Sponsoren geht nicht: sei es der Sekt, der Wein, das Essen, die Blumen, die Damenspende (ein Seidentuch von Fürnkranz), die Herrenspende (eine Zeichnung der Malerin Maria Lahr) oder die Krapfen zum Schluss des Festes. Für die Oper wird der Abend jedenfalls ein Gewinn: 1,1 Millionen Euro werden am Schluss überbleiben.

Ballorganisatorin Elisabeth Gürtler betonte bei einer Pressekonferenz am Montag aber auch, dass der Ball für die Gäste durchaus eine günstige Sache sein kann: Mit 227 Euro ist man dabei und hat, abgesehen von der "Spende", zumindest ein Glas in der Hand. Dass der Ball ausverkauft ist, versteht sich von selbst. (pm, rott, DER STANDARD - Printausgabe, 31. Jänner 2006)

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    foto: lugner
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