Hintergrund von Londoner Anschlägen weiter unklar

1. März 2006, 15:45
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Geheimbericht: Bei Ermittlungen gebe es "erhebliche Wissenslücken"

London - Mehr als ein halbes Jahr nach den Terroranschlägen von London hat der britische Geheimdienst immer noch keine genauen Erkenntnisse zum Hintergrund der Taten. Weiterhin sei ungeklärt, ob tatsächlich das Terrornetzwerk Al Kaida hinter den Anschlägen stecke, heißt es in einem am Sonntag bekannt gewordenen Geheimbericht des Inlandsgeheimdienstes MI5 für Premierminister Tony Blair. Bei den Ermittlungen gebe es "erhebliche Wissenslücken".

Bei der ersten Anschlagsserie waren am 7. Juli in der U-Bahn und einem Bus mehr als 50 Menschen ums Leben gekommen, darunter auch die vier Attentäter. Eine zweite Anschlagsserie zwei Wochen später schlug fehl. Seither gab es in London und anderen britischen Städten zahlreiche Festnahmen im islamistischen Milieu. Die Ermittlungen werden von der Polizei und dem Geheimdienst gemeinsam geführt.

In dem achtseitigen Bericht, der von der Sonntagszeitung "Sunday Times" veröffentlicht wurde, heißt es wörtlich: "Wir wissen wenig darüber, (...) wann die Planung für die Anschläge begann, wie und wann die Attentäter rekrutiert wurden, wie umfangreich Anleitung oder Hilfe von außen waren und wie die Rolle eines weiteren Netzwerks aussah". Unklar sei auch der Zusammenhang zwischen der Anschlagsserie vom 7. Juli und den geplanten Attentaten zwei Wochen später. (APA/dpa)

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