Genfer Klima-Forum schließt mit eindeutigem Befund

12. Juli 2006, 14:33
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Anteil von CO2 auf dem höchsten Stand seit 420.000 Jahren - nicht anders als durch die Emissionen von fossilen Brennstoffen erklärbar

Genf - Die Klimaerwärmung nimmt weiter zu. Die Produktions- und Konsumgewohnheiten verändern sich zu langsam, obwohl umweltfreundlichere Technologien vorhanden sind. Dies war der Grundtenor am Abschluss des Internationalen Forums zum Klimawandel in Genf.

In den nächsten zwei Jahrzehnten werde sich die Anzahl Autos weltweit verdoppeln, prognostizierten die Klimaexperten am Freitag in Genf. Zurzeit zirkulieren 600 Millionen Autos auf der Erde. Erreicht China die gleiche Autodichte wie Deutschland, kommen nochmals 600 Millionen dazu. Und wenn Indien im gleichen Umfang nachzieht, dann wird sich die Zahl bis 2050 verdreifachen.

Zusammenhang für Wissenschafter eindeutig

Laut den Wissenschaftern am Forum lasse sich die stetige Erwärmung seit 1950 nicht anders als durch die Emissionen von fossilen Brennstoffen erklären, vor allem durch den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre. Der Anteil von CO2 habe um 33 Prozent zugenommen und sei auf dem höchsten Stand seit 420.000 Jahren, sagte Michel Jarraud, Generaldirektor der Weltorganisation für Meteorologie. Im 20. Jahrhundert sei die Temperatur durchschnittlich um 0,6 Grad Celsius angestiegen. Sie werde bis Ende dieses Jahrhunderts voraussichtlich zwischen 1,4 und 5,8 Grad zulegen, führte Jarraud weiter aus.

Lange Dürreperioden abgelöst von kurzen aber starken Niederschlägen könnten noch vermehrt zu Überschwemmungen führen. Länder wie Spanien und Haiti würden bis 2050 unter großer Wasserknappheit leiden.

Gegensteuern

Angesichts dessen seien Gegenmaßnahmen dringend notwendig, sagte der Organisator des Forums, Claude Haegi. Der Genfer Alt-Staatsrat Haegi ist Präsident der Stiftung für Wirtschaft und nachhaltige Entwicklung in den Regionen Europas (FEDRE).

Das Ziel müsse die Reduktion des Energiebedarfs um einen Drittel sein, sagte der Technologieexperte Gerard Fatio. Die Technologien zur Umsetzung dieses Ziels seien vorhanden. Bisher mache die Produktion von erneuerbaren Energien am Gesamtverbrauch lediglich ein Prozent aus.

Alternative Energiequellen mehr als ausreichend

Laut den am Forum beteiligten Experten könnten allein mit Sonnenenergie 35 Prozent, mit Windenergie 35 Prozent und geothermisch nochmals 20 Prozent am weltweiten Energiebedarf generiert werden. Zuzüglich von 35 Prozent Wasserenergie würde dieser sogar um 25 Prozent übertroffen.

Als erstes konkretes Resultat des Formus hat sich der Genfer Bürgermeister Manuel Tornare bereit erklärt, das Programm "Planete Climat" der FEDRE verbreiten zu wollen. In den Städten Algier und Manchester soll dies ebenfalls passieren.

Von Montag bis Freitag haben über 500 Personen, darunter 100 Klimaexperten, am Forum teilgenommen. Bundespräsident Moritz Leuenberger hatte sich bereits am Montag in Genf für das Projekt "Planete Climat" stark gemacht. (APA/sda)

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