Bawag verkauft Post-Aktien - Aber keine Beteiligung

15. März 2006, 16:38
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Bawag-Chef Nowotny will Konkurrenz beim Aktienverkauf nicht das Feld überlassen - Kein Einstieg bei Post

Wien - Die BAWAG wird Post-Aktien aktiv verkaufen, das sei eine Entscheidung des Vorstands. Der neue Vorstandschef der Gewerkschaftsbank, Ewald Nowotny, lässt sich auch vom Widerstand der Gewerkschaft gegen den bevorstehenden Post-Börsegang und auch von der aufrechten Streikdrohung nicht davon abhalten, dem normalen Geschäft als Finanzdiestleister mit Wertpapiergeschäft nachzugehen.

Spekulationen, die BAWAG P.S.K. könnte beim jetzt anstehenden Börsegang der österreichischen Post ein Aktienpaket kaufen, hat Nowotny heute zurück gewiesen. Mit der Post arbeite man über den Postvertrag (zur Nutzung der Postämter für den Bankvertrieb) eng zusammen und im Bereich der IT wachse man rein technisch immer enger zusammen, sagte der Bankchef heute, Freitag, im Klub der Wirtschaftspublizisten.

Eine Kapitalverflechtung von Post und BAWAG P.S.K. sieht er jedenfalls nicht. Das wäre aber auch Eigentümersache. Wichtig sei "ein gutes Verhältnis" mit der Post.

Auch die Frage nach einem Einstieg bei der Slowakischen Postbank ist an die BAWAG P.S.K. kürzlich herangetragen worden, das verfolgt der Vorstand in Wien nicht weiter. Dieses Thema sei nicht entscheidungsreif, sagte Nowotny heute. Derzeit bestehe daran kein Interesse.

Werbung macht die Post

Offensiv bewerben werde die Post-Aktie schon die Post selber, sagte Nowotny. Aber auch sein Haus wird das Team darauf einstellen. "Wir sind Finanzdienstleister, und deshalb werden wir die Aktie verkaufen". Dem Management der Gewerkschaftsbank ist es lieber, wenn Kunden Post-Aktien in ihren Filialen kauf als bei der Konkurrenz, etwa bei Raiffeisen.

Die BAWAG P.S.K. sieht sich mit 1,3 Millionen Privatkunden und 60.000 Kommmerzkunden als Österreichs "größte Kundenbank". Mit 157 Filialen der BAWAG und 1.300 Postämtern als Vertriebsstellen habe man den größten Vertriebsapparat aller Banken im Land.

Im November 2006 sollen alle BAWAG-Filialen mit allen Postamtsfilialen EDV-mäßig vernetzt sein. Im Filialnetz soll es künftig mehr Cross-Selling von BAWAG-P.S.K.Produkten aus allen Sparten des Konzerns geben. Im Fondsverkauf will man sich auch dritten Anbietern öffnen. (APA)

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