Trotz "Windows Vienna": Stadt Wien setzt weiter auf Linux und Co.

22. Februar 2006, 18:16
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SP-Gemeinderat Andreas Schieder nennt die Namenswahl von Microsoft den "originellsten Beitrag zum heurigen Sigmund Freud Jahr"

Die übernächste Version des Computer-Betriebssystems Microsoft Windows soll "Vienna" heißen. Der WebStandard berichtete.

Pläne

Obwohl Windows Vista, der Nachfolger der derzeitigen Version Windows XP, erst im Laufe dieses Jahres auf den Markt kommen soll, werde in der Zentrale des Software-Giganten schon emsig an den weiteren Versionen geplant.

Schön

Wie ein Microsoft-Sprecher sagte, habe man den Namen "Vienna" wegen der schönen Panoramen in der österreichischen Metropole gewählt. Vienna schließt damit an Vista (englisch für Aussicht) an. Bis das "österreichische" Windows tatsächlich auf den Markt kommt, wird aber noch viel Wasser die schöne blaue Donau hinabfließen. Als Starttermin sind die Jahre 2010-2011 in Aussicht genommen.

Termine

Mit dem Einhalten von Erscheinungsterminen hat sich Microsoft bisher aber meist schwer getan, weswegen das Betriebssystem seit der Version Windows 2000 keine Jahreszahlen mehr enthält.

"Beitrag zum heurigen Siegmund Freud Jahr"

Am Freitag meldete sich nun der Wiener SPÖ-Gemeinderat Andreas Schieder zu der Namenswahl zu Wort. Er sieht die Entscheidung als "als bisher originellsten Beitrag zum Sigmund Freud Jahr." "Vielleicht hat ja die offene EDV-Strategie der Stadt Wien im Unterbewusstsein von Microsoft eine Rolle bei der Namenssuche gespielt", mutmaßt Schieder in einer Presseaussendung.

Die Stadt Wien plant, mittelfristig plattformunabhängige Anwendungen im EDV-Bereich einzusetzen, auch durch den sanften Umstieg auf das Open-Source-Betriebssystem Wienux.

Erfolgreich im Einsatz

Die Stadt Wien setzt im Serverbereich bereits seit vielen Jahren Open-Source-Software (OSS)-Produkte ein. Wienux wurde für den Einsatz im Magistrat der Stadt Wien entwickelt, ist aber grundsätzlich auch in modifizierter Form für den Einsatz in anderen Behörden oder Unternehmen geeignet.

Debian als Basis

Das lizenzkostenfreie Betriebssystem wurde auf Basis der Debian Distribution mit dem KDE (K Desktop Enviroment) Desktop entwickelt. Als Webbrowser wird Mozilla Firefox eingesetzt, auf die E-Mails kann via MS-Outlook WebAccess zugegriffen werden, auch ein SAP-Zugriff und diverse Zusatzprogramme sind vorhanden. (red/APA))

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    montage: webstandard
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