Offene Baustellen: U-Bahn-Ausbau, Gebühren und Standortfragen

16. März 2006, 17:04
posten

"Wien ist kein Schlaraffenland"

Wien - Die buchstäblich größte offene Baustelle im Finanzressort ist der U-Bahn-Ausbau. Bis spätestens März muss die Verlängerung der U2 Richtung Ernst-Happel-Stadion wieder in Gang kommen, um die Fertigstellung bis zur Fußball-Europameisterschaft 2008 zu garantieren. Weil sich zwei Hauseigentümer gegen die Untertunnelung ihrer Grundstücke gesperrt haben, mussten Enteignungsverfahren eingeleitet werden. Jetzt steht noch die Entscheidung über die Höhe der Entschädigungszahlungen aus.

Eng wird es auch bei der Finanzierung der vierten Ausbaustufe ab 2010 (U2-Verlängerung nach Donaustadt und in den Süden, U1 Richtung Rothneusiedl). "Der Finanzminister wird sich eine prinzipielle Entscheidung noch vor der Nationalratswahl nicht ersparen können, sonst haben wir ein Riesenproblem," so Rieder. Trotz einer Einigung mit Verkehrsminister Hubert Gorbach stelle Finanzminister Grasser die 50:50-Aufteilung der Kosten zwischen Bund und Wien - es geht um insgesamt 2,2 Milliarden Euro - infrage. Bis Ende 2006 sollen außerdem rund zehn Stück der lang erwarteten neuen U-Bahngarnituren (V-Wägen) in Betrieb gehen.

Weitere Gebührenerhöhungen nicht ausgeschlossen

Ein omnipräsentes Thema sind mögliche Gebührenerhöhungen. Auch nach den "Anpassungen" von Strom- und Gaspreisen zu Jahresbeginn seien weitere Preissteigerungen nicht auszuschließen: "Wien ist kein Schlaraffenland und es gibt immer unvorhersehbare Entwicklungen."

Was den Wirtschaftsstandort Wien betrifft, setzt Stadtrat Sepp Rieder auf Vernetzung mit den Nachbarländern und die Positionierung Wiens als Drehscheibe der Centrope-Region. Mit Förderungs-, Austausch- und Infrastrukturprojekten sollen vor allem Wien und Bratislava weiter zusammenwachsen und die Wirtschaftsbeziehungen gestärkt werden. "Wien kann seine zentrale Lage nur durch eine Konzentration auf hochwertige Ausbildung, Forschung und Entwicklung halten," betont Rieder. Deswegen hofft er, dass der Zuschlag für die geplante "Exzellenz-Uni" an Wien geht. (kri, DER STANDARD - Printausgabe, 27. Jäner 2006)

Share if you care.