Telekombetreiber eTel prüft Börsegang - Weitere Akquisitionen geplant

3. Februar 2006, 10:33
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Wiener Börse neben London und Warschau im Visier - Umsatz in Österreich um 22 Prozent gestiegen - 125.000 Kunden

Der irische Telekombetreiber eTel, der sein Hauptgeschäft in Österreich erwirtschaftet, prüft einen Börsegang. Als Börseplätze überlegt die Gruppe neben London und Warschau auch Wien. Derzeit laufen die Vorbereitungen für den Börsegang, der 2007 "besser" als 2006 wäre, sagte der Vorsitzende der eTel-Gruppe, Bernard Somers, am Donnerstag bei einem Pressegespräch in Wien. In Österreich plant das Unternehmen auch heuer weitere Akquisitionen.

360 Mitarbeiter

Der eTel-Chef gab sich optimistisch, dass die Gruppe den eingeschlagenen Wachstumskurs 2006 durch Umsatzzuwächse vor allem im Daten- und Internetbereich fortsetzen könne. Die eTel-Gruppe ist neben Österreich auch in Tschechien, der Slowakei, Polen und Ungarn sowie Deutschland tätig und erzielte 2005 mit 360 Mitarbeitern einen Umsatz von 102 Mio. Euro.

55.000 Geschäfts- und 70.000 Privatkunden

Der Löwenanteil des Umsatzes entfällt dabei auf Österreich. Die eTel Austria steigerte den Umsatz im Vorjahr mit 168 Mitarbeitern inklusive der 2005 übernommenen yc networks um 22 Prozent auf 76 Mio. Euro. Exklusive dieser Akquisition wuchs der Umsatz um 15 Prozent auf 72 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich um 3,7 Prozent auf 3,2 Mio. Euro, berichtete eTel-Austria Chef Achim Kaspar.

eTel Austria betreut 55.000 Geschäfts- und 70.000 Privatkunden. 5.200 Kunden kamen durch die yc networks dazu. Knapp 10.000 Kunden hat eTel nun im Mobilfunkbereich, wo eTel mit One kooperiert. Der Fokus von eTel liege eindeutig im Geschäftskundenbereich (B2B), während andere Anbieter wie Tele2UTA oder UPC/Inode eher auf den Privatkundenbereich (B2C) zielen würden, sagte Kaspar.

Akquisitionen

Wachsen will eTel Austria auch heuer wieder organisch sowie mit Hilfe von Akquisitionen. Angesichts der noch immer großen Anzahl von kleineren Internetserviceprovidern und Resellern in Österreich würden eTel die Akquisitionsziele sicher nicht ausgehen, meinte Kaspar. In den vergangenen Jahren hat eTel einige Unternehmen gekauft, darunter RSL Com, MCN, Tera Com, European Telecom, comquest und yc networks.

Unglücklich

Unglücklich zeigte sich der eTel-Chef, der auch Präsident des Vereins der alternativen Telekombetreiber (VAT) ist, über die noch immer ausstehende Entscheidung des Regulators über den Wiederverkauf der Grundgebühr durch die alternativen Betreiber. eTel wolle den Kunden ein konvergentes Produkt mit nur einer Rechnung bieten, derzeit müssten nicht entbündelte Kunden aber noch immer die Grundgebühr an die Telekom Austria (TA) zahlen.

eTel Austria entstand aus dem heimischen Internetpionier RSL COM. Die eTel-Group wurde 1999 in Dublin gegründet und gehört privaten und institutionellen Investoren, darunter Dresdner Kleinwort Capital, Argus Capital Partners, Greenhill Capital Partners und Intel Capital. eTel Austria ist das strategische Kompetenzzentrum für die gesamte eTel-Gruppe in Zentraleuropa und verfügt über einen eigenen, mehr als 3.700 km langen Glasfaserring. Die eTel-Gruppe vermittelte 2005 2,9 Mrd. Gesprächsminuten, 1,4 Mrd. davon entfielen auf die Österreich-Tochter. (APA)

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  • Bernard Somers und Achim Kaspar

    Bernard Somers und Achim Kaspar

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