Radiotest 2. Halbjahr 2005: Ö3 verliert langsam, aber laufend

1. Februar 2007, 11:32
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Baut der Radioriese weiter so ab, könnte ihn die Konkurrenz in ein, zwei Jahrzehnten überholen - Radio Wien gewinnt massiv Hörer, auch Kronehit und FM4 legen in Wien zu - Eckdaten im Überblick

Stetig nähert sich Ö3 wieder jenen Hörerzahlen, die der ORF-Popsender beim Start der österreichischen Privatsender schaffte. Nicht etwa nach oben: Sie schrumpfen auf diesen Stand.

36,3 Prozent der Österreicher hörten im Frühjahr 1998 "Wecker" & Co, als die kommerzielle Konkurrenz am 1. April in allen Bundesländern loslegen durfte. Ö3 gewann dennoch, bis auf eindrucksvolle 42,6 Prozent bei den Hörern ab zehn Jahren anno 2001. Ganz zu schweigen von der Werbezielgruppe bis 49 Jahre, wo der Sender bis zu 57 Prozent schaffte.

Im zweiten Halbjahr 2005 rutschte Ö3 wieder einen Schritt tiefer von 40 auf 38,3 (Hörer ab zehn). Doch die und 50,9 Prozent in der Werbezielgruppe reichen noch länger für die Position des uneinholbaren Marktbeherrschers.

Zentraler Umsatzträger

Ö3 ist zentraler Umsatzträger des gesamten ORF: Mit vergleichsweise bescheidenstem Aufwand bringt der Sender 72 Millionen Euro Werbeumsatz - von insgesamt rund 280. 2006 soll er 72,9 Millionen einspielen; FM4 1,7 Millionen und die Regionalradios mit ihrer auf fünf Minuten täglich begrenzten Werbezeit 7,6 Millionen.

Radio Wien legte zu

Im wichtigsten Radiomarkt Wien zeigt neuerlich das örtliche Regionalradio auf: Radio Wien steigerte sich von 15,7 auf 17,6 (Hörer ab zehn), in der Werbezielgruppe gar von 13 auf 18,7 Prozent Reichweite.

9,4 Prozent für FM4 in der Hauptstadt

FM4 wuchs in der Hauptstadt weiter von 8,6 auf 9,4 Prozent in der Werbezielgruppe. Kronehit von 5,4 auf 7,5 Prozent. Österreichweit schafft das Kleinformatradio konstant 6,7 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen.

Arabella und Energy verlieren

Verloren haben in Wien insbesondere Radio Energy und Radio Arabella. Bei den Hörern ab zehn tauschte Arabella deshalb Plätze mit Ö1. Der ORF-Klassiksender kommt in Wien auf 12,5 Prozent, das private Oldieformat auf 11,7 Prozent (nach 13,7).

Vorarlberg ist anders

Die übrigen Bundesländer, alle Entwicklungen in der Werbezielgruppe: In Niederösterreich konnte 88.6 zulegen, HitFM verlor in seinem Verbreitungsgebiet, Party FM legte zu. Im Burgenland verloren Kronehit, Party FM, FM4. In der Steiermark sank das ORF-Regionalradio deutlich. Die Antenne Kärnten steigerte sich in ihrem Bundesland.

In Oberösterreich gewannen das ORF-Regionalradio und Life Radio Hörer, ebenso nebenan ORF-Radio Salzburg und die örtliche Antenne, die Welle 1 ließ nach. Radio Osttirol steigerte sich in seinem Verbreitungsgebiet, Life Radio Tirol und Antenne Tirol haben wegen Frequenzwechsel und Neupositionierung keine Vergleichswerte aus 2004. Ganz im Westen verloren Antenne Vorarlberg und das Bregenzer Lokalradio Arabella - an Ö3. (fid/DER STANDARD, Printausgabe, 27.1.2006)

Grafik

Die meistgehörten Radios - zweites Halbjahr 2005 gegenüber zweites Halbjahr 2004

Nachlese

Ö3 verliert, Private legen leicht zu
Wieder springen rund 60.000 Hörer von Ö3 ab - Abwärtstrend von Österreichs reichweitenstärkstem Radio setzt sich kontinuierlich fort - Eckdaten erstes Halbjahr 2005 im Überblick - Grafiken: Reichweiten nach Bundesländern

  • Radiotest: Eckdaten für das zweite Halbjahr 2005

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