Nachlese: Feierliche Wachablöse an der Bawag-Spitze

15. März 2006, 15:43
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Prominenz aus Wirtschaft, Finanz und Politik gab sich zum Abschied des vorzeitig zurückgetretenen Ex-Generaldirektors Zwettler ein Stelldichein

Wien - Mit einem feierlichen Empfang wurde am Diestag Abend die Wachablöse an der Spitze der Gewerkschaftsbank BAWAG P.S.K. besiegelt. Prominenz aus Wirtschaft, Finanz und Politik gab sich zum Abschied des im Zuge der Refco-Affäre vorzeitig zurückgetretenen Ex-Generaldirektors Johann Zwettler ein Stelldichein im Otto Wagner-Gebäude der Postsparkasse.

BAWAG-Aufsichtsrats-Präsident und ÖGB-Finanzchef Günter Weninger würdigte in seiner Laudatio Zwettler mit einem "schmerzlichen Dankeschön" für seine Verdienste um die Bank. ÖGB-Chef Fritz Verzetnitsch erklärte, dass es sich um keine Pensionierung im landläufigen Sinn, um kein gewünschtes Verabschieden aus der Sicht des Eigentümers handle. Die Bank habe nach wie vor ein gesundes und festes Fundament.

Zwettler habe sich mit seiner Rücktritts-Entscheidung auch den Respekt der Branchenkollegen verdient, sagte RZB-Generaldirektor und Obmann der Kreditsparte in der Wirtschaftskammer Österreich, Walter Rothensteiner. Der Ex-BAWAG-Chef sei ein Banker gewesen, der auch "weiß, wie der lebende Kunde ausschaut und was er will".

Klarer Schritt

Der neue BAWAG-Chef Ewald Nowotny danke Zwettler für die "Hilfsbereitschaft und Freundschaft", mit der er den Übergang in den vergangenen Wochen erleichtert habe. Zwettler habe bei seinem Abgang einen klaren Schritt gesetzt, er gehe nicht in den Aufsichtsrat, werde nicht Konsulent.

Zwettler selbst wünschte seinem Nachfolger und "meiner BAWAG-Gruppe" bei seinem offiziellen Abschied nach fast vierzig Berufsjahren in der BAWAG viel Glück und Erfolg und "ein Quäntchen mehr Glück als mir in den letzten Wochen beschieden war".

Der "Zahlenmensch" Zwettler (64) trat 1966 in die BAWAG ein und war seit 1995 im Vorstand. 2002 wurde der ein Wien als Sohn eines Postbeamten geborene Kredit-, Revisions-, Beteiligungs- und Bilanzexperte vom Präsidium des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) einstimmig als BAWAG-Generaldirektor designiert. Er trat die Nachfolge von Helmut Elsner an. Im Herbst 2005 waren die Bank und ihre Führungsriege in der "Refco-Affäre", der Vergabe eines Millionenkredits an den US-Broker Refco , unter Druck geraten. Am 17. November 2005 hatte Zwettler seinen Rücktritt per 31. Dezember 2005 erklärt - "ohne Schuldeinbekenntnis". Seit 1. Jänner 2006 steht Ewald Nowotny an der Spitze der Gewerkschaftsbank. (APA)

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    Zwettler habe sich mit seiner Rücktritts-Entscheidung auch den Respekt der Branchenkollegen verdient.

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