Hofer-Auto? "Warum nicht"

3. März 2006, 10:31
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Der Diskont-Marktführer stehe knapp vor dem Ende der Österreich- Expansion und könne sich Autos im Sortiment vorstellen sagt Hofer-Chef Burger im STANDARD-Gespräch

Sattledt/Wien – Hofer gehört mittlerweile zu den Top drei im heimischen Lebensmittelhandel – je nach Berechnungsart kommt die Österreich- Tochter des deutschen Aldi- Konzerns auf einen Marktanteil zwischen 15 und 20 Prozent. Derzeit gibt es in Österreich 370 Hofer-Märkte. "Circa dreißig werden wir in diesem Jahr noch eröffnen", sagt Geschäftsführer Armin Burger im STANDARD-Gespräch, "bei 400 wird dann eine Beruhigung in der Expansion eintreten, dann ist das Ziel, ein Diskont-Nahversorger zu sein, erreicht."

Die Entwicklung war zuletzt rasant: Laut Branchenschätzungen setzte Hofer 2,8 Milliarden Euro im Vorjahr um, der Unternehmenschef macht dazu keine Angaben. Seit dem Jahr 1999 hätte sich der Umsatz damit verdoppelt, die Mitarbeiterzahl wäre mit 5000 mehr als zweimal so hoch.

Kein Wolf im Lebensmittelhandel

Hofer treibt derzeit die anderen Supermarktketten vor sich her, in allen Firmenzentralen wird an Konzepten gebastelt, wie dem Harddiskonter zu begegnen sei. Burger sehe sich deswegen aber nicht als "Wolf" des Lebensmittelhandels: "Wir sind einfach ein Unternehmen, das Marktanteile gewinnt." Dies sei deswegen möglich gewesen, weil man das Konzept des Diskonts unverwässert beibehalten habe: ein streng eingegrenztes und sich rasch drehendes Sortiment, günstige Preise bei hoher Qualität, eine ausgefeilte Logistik und ein rigides Kostenkorsett im Hintergrund.

In jüngster Zeit hat Hofer den Schwerpunkt auf "Frische und Obst" gesetzt. "Das werden wir noch verfeinern." Eine Sortimentserweiterung sei im Food-Bereich derzeit nicht angedacht. Im Non-Food-Bereich, wo der Diskonter mit dem schon sprichwörtlichen Hofer-Computer Maßstäbe gesetzt hatte, "versuchen wir, immer wieder etwas Nettes zu bringen". Könnte es irgendwann sogar ein Hofer-Auto geben. "Darauf will ich jetzt keine eindeutige Antwort geben", sagt Burger, "man braucht Kompetenz beim Einkauf und beim Service. Und auch der Preis müsste zum Konzept Diskont passen. Wenn das alles aber gegeben wäre: Warum nicht?"

Glücklich mit Öffnungszeiten

In einem weiteren Aspekt hebt sich Hofer übrigens vom restlichen Lebensmittelhandel ab: "Mit den derzeitigen Öffnungszeiten im Handel sind wir eigentlich ganz glücklich", so Burger, "eine Erweiterung wäre nicht notwendig." (Leo Szemeliker, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25.1.2006)

  • Hofer-Chef Armin Burger: "Wir haben das Konzept des Diskonts unverändert beibehalten."
    foto: standard/fotodienst.at

    Hofer-Chef Armin Burger: "Wir haben das Konzept des Diskonts unverändert beibehalten."

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