Die Kirch-Insolvenz

13. März 2006, 16:22
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Mit seiner Schadenersatzklage gegen die Deutsche Bank und ihren Ex-Vorstandschef Rolf Breuer hat der Medienunternehmer Leo Kirch einen Teilerfolg vor dem Bundesgerichtshof errungen. 2002 musste Kirch Insolvenz anmelden. Im Folgenden eine Chronik der wichtigsten Ereignisse:

Jänner 2002: Die Dresdner Bank fordert einen 460-Millionen-Euro-Kredit von Kirch zurück. Der Kirch-Konzern beziffert seine Schulden auf 6,1 Mrd. Euro.

Februar: Deutsche-Bank-Chef Breuer bezweifelt Kirchs Kreditwürdigkeit. Der Medienunternehmer Murdoch kündigt seinen Ausstieg bei Premiere an und fordert 1,6 Mrd. Euro zurück.

8. April: KirchMedia stellt Insolvenzantrag. Es folgen im Mai KirchPayTV und im Juni die Dachholding Taurus.

4. Mai: Kirch zeigt Breuer wegen Verrats von Geschäftsgeheimnissen, Kreditverleumdung und unbefugter Angaben über Millionenkredite an.

11. Oktober: Die Frankfurter Staatsanwaltschaft stellt ein Ermittlungsverfahren gegen Breuer ein. Dagegen legt Kirch Beschwerde ein.

18. Februar 2003: Nach einer Entscheidung des Landgerichts München muss die Deutsche Bank wegen Breuers Äußerungen über Kirchs Kreditwürdigkeit dem Medienunternehmer unbeschränkt Schadenersatz zahlen.

Mai: Die Frankfurter Staatsanwaltschaft leitet wegen einer Strafanzeige ein Ermittlungsverfahren gegen Breuer ein.

5. November: Breuer bestreitet im Schadensersatzprozess in der Berufungsverhandlung jede Mitschuld an der Kirch-Pleite.

10. Dezember: Wegen Verletzung des Bankgeheimnisses muss die Deutsche Bank nach einem Urteil des Oberlandesgerichts München Kirch Schadensersatz zahlen.

15. Jänner 2004: Kirch verklagt Deutsche Bank und Liberty Media in den USA.

16. Juni: Vor dem Frankfurter Landgericht beginnt das Verfahren Kirchs gegen die Deutsche Bank, in dem der Medienunternehmer die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat des Finanzinstituts kippen will.

27. September: Ein New Yorker Gericht weist die Kirch-Klage ab.

21. Dezember: Der deutsche Bundesgerichtshof lässt die Revision gegen das Urteil des Oberlandesgerichts München zu.

6. Dezember 2005: Der Bundesgerichtshof verhandelt über die milliardenschwere Schadenersatzklage.

24. Jänner 2006: Die Karlsruher Richter sprechen einer Kirch-Gesellschaft grundsätzlich Schadenersatz gegen die Deutsche Bank und Breuer zu. (APA/AP)

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