Verblüffende Pisa-Effekte

7. Juni 2006, 11:35
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Jugendliche Informatik-Nutzer sind laut einer neuen Pisa- Studie der OECD bessere Schüler - Österreichs Jugend schneidet überdurchschnittlich gut ab

"Schüler, die Informatik beherrschen, erzielen in der Schule bessere Resultate", fasst die OECD die neue Analyse der Pisa-Studie 2003 zusammen. Vor allem der Bezug zwischen Computernutzern und Mathematik-Noten sei "verblüffend", heißt es in dem 138-seitigen, am Dienstag veröffentlichten Bericht: "Schüler, die seit Jahren einen Computer benützen, erzielen meist bessere Ergebnisse als der Durchschnitt."

In ihrer Analyse räumt die OECD ein, dass auch soziale Faktoren mitspielen. Schüler aus sozial schwächeren Haushalten erzielen normalerweise unterdurchschnittliche Resultate. Aber selbst wenn man diese Faktoren einbeziehe, "bleibt der positive Effekt des regelmäßigen Computer-Nutzens offensichtlich", so die OECD. In vielen Ländern wie den USA, Korea oder Österreich, zeige sich diese Wirkung auf die schulischen Leistungen besonders deutlich.

In Österreich haben die 15-Jährigen wie auch in Kanada, Korea, Island, Polen oder Deutschland eine besonders positive Einstellung gegenüber Computern. Dies äußert sich in ihrem Informatik-"Skill", das heißt ihrer Fähigkeit, mit Computern selbstständig umzugehen. 87 Prozent der österreichischen Jugendlichen sind in der Lage, Files allein herunterzuladen (OECD-Schnitt 70 Prozent). 67 Prozent der 15-Jährigen können in Österreich ein Dokument an eine E-Mail anhängen (OECD-Schnitt 58 Prozent).

Ähnlich sieht es bei schwierigeren Aufgaben aus. 48 Prozent der 15-Jährigen vermögen in Österreich, mit Viren fertig zu werden (OECD-Schnitt 37 Prozent), zwei Drittel kommen mit Powerpoint zurecht (OECD-Schnitt 47 Prozent).

Nicht ganz überraschend spielen in Österreich zwei Drittel der Jungen Computer-Spiele, aber nur 20 Prozent der Mädchen. Beide Werte liegen leicht unter dem OECD-Schnitt. Generell haben die Mädchen weniger Selbstvertrauen in ihre Computer-Fähigkeiten. Was die Computer-Kommunikation - vor allem per E-Mail - anbelangt, liegen die Burschen auf OECD-Niveau (56 Prozent), während die Mädchen dort ausnahmsweise besser abschneiden (60 Prozent, OECD: 55 Prozent).

Die relativ guten Resultate in Österreich rühren auch daher, dass in Österreich 22 Computer auf 100 Schüler kommen (OECD-Schnitt: 16), daheim haben 97 Prozent einen PC (OECD: 92 Prozent).

Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (VP) interpretierte die Studie als Erfolg der "Initiative eFit". Alle Schulen haben Internet-Zugang, vor fünf Jahren waren es 63 Prozent. (DER STANDARD-Printausgabe, 25.1.2006)

Von Stefan Brändle
  • In Österreich haben die 15-Jährigen wie auch in Kanada, Korea, Island, Polen oder Deutschland eine besonders positive Einstellung gegenüber Computern.
    foto: standard/cremer

    In Österreich haben die 15-Jährigen wie auch in Kanada, Korea, Island, Polen oder Deutschland eine besonders positive Einstellung gegenüber Computern.

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