Chef von japanischer Internetfirma Livedoor nach Skandal in Haft

13. März 2006, 13:10
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Takafumi Horie wurde wegen Verdachts der Verbreitung falscher Finanzinformationen festgenommen - Tokios Börse stürzt weiter ab

Tokio - Der Skandal um die japanische Internetfirma Livedoor hat am Montag einen neuen Höhepunkt erreicht. Wie Medien des Landes am Montag unter Berufung auf Ermittlungskreise berichteten, wurde der 33-jährige Präsident Takafumi Horie wegen Verdachts der Verbreitung falscher Finanzinformationen festgenommen. Gegen seine rasant gewachsene Internetfirma wird unter anderem wegen Kursmanipulation im Zusammenhang mit einer Firmenübernahme sowie Bilanzfälschung ermittelt. Der Skandal hatte in der vergangenen Woche zu Panikverkäufen an der Börse geführt, woraufhin erstmals in der Geschichte der Börse der gesamte Aktienhandel wegen drohenden Zusammenbruchs des Computersystems abgebrochen werden musste.

Enfant terrible

Neben Horie wurde den Berichten zufolge auch sein Finanzchef Ryoji Miyauchi verhaftet. Zuvor waren die beiden Manager sowie andere Mitarbeiter der Livedoor-Gruppe von der Staatsanwaltschaft verhört worden. Für Ältere ist Horie der Inbegriff eines Casino-Kapitalismus, andere sehen ihn als einen Rebell gegen die überkommenen Konventionen der alten Japan AG. Das "enfant terrible" der japanischen Unternehmerschaft, das sich in der Öffentlichkeit lieber in T-Shirts als in Anzügen zeigt, hatte mit seinem provokanten Auftreten schon mehrfach für Aufsehen gesorgt.

So mit seinen letztlich erfolglosen Versuchen, einen Baseballclub sowie den größten privaten Fernsehsender des Landes, Fuji TV, zu übernehmen oder - mit Unterstützung der Regierungspartei LDP - als Unabhängiger ins Parlament einzuziehen. Seit 2000 hat der Abbrecher der Elite-Universität Tokio nicht weniger als 20 Unternehmen gekauft. (APA/dpa)

Der Skandal um die Internetfirma Livedoor zieht weiter Kreise. Nachdem die Tokioter Aktienbörse unter dem Eindruck von Ermittlungen gegen das Unternehmen abgestürzt, wurde nun auch noch der Livedoor-Chef verhaftet.
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    Horie, der sich in der Öffentlichkeit lieber in T-Shirts als in Anzügen zeigt, hatte mit seinem provokanten Auftreten schon mehrfach für Aufsehen gesorgt.

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