Das Wort zu Kitz - "Schau, er hod wida den Blick!"

13. März 2006, 15:45
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Assinger und Seeger imponieren mit engagierten Deutungen des Gesehenen und physikalischer Grundlagenlehre ...

Es gibt Leute, die schauen sich niemals Skirennen an. Wenn so jemand sich dann doch einem hingibt und mehr als gelangweilte Teilnahmslosigkeit aus dem Ereignis - auch wenn es die Hahnenkamm-Abfahrt ist - beziehen will, kommt die Moderation Robert Seegers und Armin Assingers zu Hilfe. Nicht nur dass sie mit ihren grünen und roten Norwegerpullovern das Auge erfreuen, sie imponieren mit engagierten Deutungen des Gesehenen. Wie die Kinder früher bei "Dingsda" umschreiben sie die Skifahrerei von Leuten, die das wirklich gut können, in kurioser, lebendiger Weise.

Manchmal verrennen sie sich auch: Assinger überschätzt etwa den Bekanntheitsgrad der umgangssprachlichen kanadischen Bezeichnung "canuck" für "Kanadier" in unseren Landen. Weil sich sein Idiom zudem nicht gerne Fremdsprachen anpasst, glauben jetzt viele, er hält den Kanadier Erik Guay für einen "Kanaken": "Gut gefahren, der canuck/Kanak."

"Schau, er hod wida den Blick!"

Weitere Lieblingssager waren: "Schau, er hod wida den Blick!" angesichts einer Großaufnahme des Antlitzes Hermann Maiers beim Start. Die bewundernde Zuteilung von Tiernamen: "Er ist ein derartig wilder Hund!" Das Flehen um Aufklärung "Wos is do passiert, Armin?" Bedauern, Mitleiden: "Ein Pechvogel, der Friedl!" Pathetische Zuversicht "Jetzt geht's dahin, oh, der Michi fliegt dahin!"

Physikalische Grundlagenlehre: "Er ist ein richtiges Bröckal, das kommt ihm in Gleitpassagen zugute." "Gleitfähigkeit" war diesmal überhaupt ziemlich wichtig. (pum/DER STANDARD; Printausgabe, 23.1.2006))

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    foto: orf/ramstorfer
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