Offene Baustellen

16. März 2006, 17:04
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Viel Feinstaub, Biomasse und ein Müllofen

Wien - "Das Thema Feinstaub wird uns sicher noch eine Weile begleiten", weiß Wiens Umweltstadträtin Ulli Sima, wenn es um die großen Brocken der nächsten Zeit geht. Wobei "Tempo 50" eigentlich nur ein kleiner Teil der Maßnahmen im Feinstaubpaket 2 sind. Wie gut das Maßnahmenbündel - wie die Vorschrift von Partikelfilter für Baumaschinen - hilft, wird sich an der Entwicklung der Messwerte zeigen. Derzeit haben wieder Grenzwertüberschreitungen Saison.

Einige Großprojekte stehen an: Heuer soll das Biomassekraftwerk fertig gestellt werden. Für die Biogasanlage ist der Spatenstich vorgesehen - aber auch für die dritte Müllverbrennungsanlage. Mit letzterer hat Sima "keine moralischen Probleme, vor allem weil die Abwärme für Fernwärme genutzt wird".

Lebensmittel im Restmüll

Gleichzeitig will Sima die Müllvermeidung forcieren - "dass ein Viertel des Restmülls unverbrauchte Lebensmittel sind, ist erschreckend".

Wien ist der größte Gemüsebauer Österreichs - bei Glashauskulturen soll zumindest der Einsatz von Nützlingen die chemische Keule ersetzen. Weiters will sie alle 800 Wiener Betriebe in ihre Anti-Gentech-Plattform bekommen.

Mit der Fertigstellung des Wiental-Sammelkanals erwartet Sima einen "Quantensprung in der Gewässerreinheit". Dazu kommt heuer die zweite Etappe bei der Renaturierung des Liesingbaches.

Was den Radweg im Wiental betrifft, soll zumindest einmal eine Machbarkeitsstudie als rot-grünes Projekt durchgeführt werden.

Bei der Solarförderung betont Sima, dass 2005 erstmals der Wiener Förderrahmen ausgeschöpft worden sei. Für heuer überlegt Sima auch einen Anti-Atomschwerpunkt zu setzen. Dies wolle sie aber "eher mit Fingerspitzengefühl" angehen. (frei, DER STANDARD Printausgabe, 21./22.01.2006)

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