Wer wann warum aufsteht

22. März 2006, 13:05
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Im Business gelten andere Regeln als im Gesellschaftsleben. Über Begrüßungsrituale in der Geschäftswelt

In allen Kulturen ist es entscheidend für den harmonischen Verlauf des Zusammentreffens, dass Begrüßungsrituale korrekt eingehalten werden.

Weltweit am bekanntesten ist unser Händedruck, der im Business selbst in Ländern üblich ist, in denen er im Gesellschaftsleben nicht existiert. Dabei signalisiert Blickkontakt Aufmerksamkeit und Zuwendung. Beide Hände sichtbar zu halten ist aus Respekt gegenüber dem anderen erforderlich. Eine Hand in der Hosentasche zeigt, wie wenig man die andere Person schätzt.

Bevor es zum Händedruck kommt, sollte die im Rang tiefer stehende Person grüßen. Die ranghöhere Person entscheidet, ob sie ein "Shake Hands" wünscht. Während vorübergehende Menschen im Sitzen gegrüßt werden, steht man beim Grüßen auf, sobald es zum Händeschütteln kommt.

Meist ist es auch angebracht, aufzustehen, wenn ein Gespräch beginnt, bei dem die andere Person nicht Platz nimmt. Während Damen im Gesellschaftsleben fast immer Platz behalten, wenn sie begrüßt werden, gelten im Geschäftsleben andere Regeln: Der Kunde ist der Ranghöhere, selbst wenn er viel jünger und männlich ist. Allerdings kann sie meist als Gastgeberin dem Kunden die Hand zum Gruß entgegenstrecken. Dies gilt auch für männliche Mitarbeiter. Allerdings sollten Letztere noch einfühlsamer damit umgehen, weil manche Kunden keinen Händedruck wünschen und es unangenehm finden, wenn sie von einem Herrn dazu genötigt werden.

Hüte oder Schirmkappen muss der Mann beim Grüßen abheben. Eine Frau kann ihre Kopfbedeckung auch in geschlossenen Räumen (Männer mit Ausnahme regionaler oder religiöser Besonderheiten) aufbehalten. Bei einem ehrerbietigen Gruß hebt der Herr den Hut etwa bis auf Schulterhöhe weg von der anderen Person. Den rechten Handschuh vor der Begrüßung abzustreifen ist nicht erforderlich. Handschuhe könnten auch im Freien anbehalten werden, wenn dies noch allgemein bekannt wäre.

Dunkle Sonnenbrillen verstecken die Augen. Es ist sehr unangenehm, wenn jemand beim Begrüßen oder im Gespräch seine Sonnenbrille vor den Augen lässt. (Der Standard, Printausgabe 21./22.1.2006)

Von Thomas Schäfer-Elmayer

Thomas Schäfer-Elmayer ist Inhaber der gleichnamigen Tanzschule und renommierter Etikette-Lehrer

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