Toppen

16. Dezember 2005, 16:51
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Toppen; etwas lässt sich. Spitzen, auf die Spitze treiben, überspitzen, von der Spitze ablösen. Toppen nährt damit den Verdacht, dass Menschen und Dinge nie Spitze genug sind, um nicht jederzeit von aufstrebender Konkurrenz getoppt zu werden. Der Spitze fehlt nämlich naturgemäß die Auflagefläche für Standfestigkeit, folglich gestaltet sich die Anwesenheit da oben stets als Schwindel erregender Balanceakt. Es muss nur unterhalb der Spitze ein wenig gerüttelt und geschüttelt werden, schon fällt der Spitzenreiter hinab in die Versenkung, und der neue Topper schwingt sich hinauf, um seine Gleichgewichtsfähigkeit unter Beweis zu stellen.

Als Topping-Mittel sei beharrlicher Lobbyismus anzuraten. Der Topper hat sich mit Seilwinden und -schaften an die Spitze katapultiert und verharrt dort oben, eingewoben in engmaschige Sicherheitsnetze. Erst wenn das Gebäude unter ihm zerbröselt, kommt er langsam wieder herunter – und geht, hoch abgefertigt, in Pension.

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