Gestylt

16. Dezember 2005, 16:11
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Gestylt; jemand ist es. Kostümbildnerisch veranlagte Schwester von "trendy" und schlechteste Tugend des Stils. Auch: Stil der Stillosen. Entstehung: Der Stil legt sich – oftmals in Boutiquen und Modehäusern – auf die Lauer, wartet, bis wer vorbeikommt, der noch keinen hat, springt ihn von hinten an, stülpt sich über ihn, übermannt ihn, putzt ihn heraus, knebelt ihn, knöpft ihn zu und würgt ihn mit Krawatte.

Positive Eigenschaften: "Gestylt" erhöht den Wiedererkennungswert des Individuums in der Gesellschaft. Der Gestylte, der sich in den Spiegel schaut, hat das Gefühl, so einen wie sich schon einmal irgendwo gesehen zu haben. "Gestylt" festigt ferner den Charakter. Der Gestylte stellt mit Freude fest, dass sich bei ihm endlich etwas durchzieht, sei es nun Farbe, Form oder Firmenemblem, in jedem Fall ein roter Faden.

Nachteil: Wenn der Gestylte einmal den Faden verliert, dann gleich den ganzen Anzug plus Zubehör und damit die teuer erkaufte Identität.

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