Szene

6. Juni 2006, 21:41
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Der Wunsch zur Angleichung seiner Angehörigen bringt eine Vereinheitlichung der Markenmode mit sich

Szene; veraltet: Teil von einem Theaterstück, Ausschnitt eines Films, Schauplatz eines Geschehens. Familiär, abwertend: "Mach mir keine Szene!" Zeitgemäße Bedeutung: Personal eines Events.

Räumlich oft gar nicht greifbarer Aufenthaltsort von Menschen, die alles dafür tun, um vom gleichen Schlag zu sein.

Gesellschaftsmathematisch: Die Szene ist das größte gemeinsame Vielfache aller Personen, die sich ihr zugehörig fühlen und der kleinste gemeinsame Nenner, auf den sie dafür gebracht werden können. Dieser Nenner ist so klein, dass sich die Industrie steter Hilfsmittel bedienen muss, die Szene erkennbar und greifbar zu machen. Beispiel aus der bildenden Kunstszene: Vernissage. Zufluchtsort mit Hoffnungsrunde (durch die Galerie) für unauffällig gebliebene Kunstszenemitglieder. Wirtschaftlicher Vorteil einer Szene: Der Wunsch zur Angleichung seiner Angehörigen bringt eine Vereinheitlichung der Markenmode mit sich. (Der Standard, Printausgabe 20./21.5.2006)

Von Daniel Glattauer
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