Kult

17. März 2006, 20:51
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Leidenschaftlicher, ruhe­loser, treue­loser Kurz­zeit­lebens­abschnitts­partner der Kultur

Kult: der; leidenschaftlicher, ruheloser, treueloser Kurzzeitlebensabschnittspartner der Kultur. Bekannt für sein flatterhaftes Gemüt (Kultcharakter), geschätzt für seinen hohen, wenn auch labilen kulturgesellschaftlichen Stand (Kultstatus), den die von ihm Befallenen – stets nur vorübergehend – genießen.

Kult ist der Götze der Vermarktung von Kunst und der allzu sehr geehrte Vorbote des breit aufmarschierenden Mainstream. Sein Status lässt sich bedauerlicherweise niemals erzwingen. Es ist sinnlos zu versuchen, auf ihn hinzuarbeiten.

Man muss Kult einfach nur einmal beim Namen nennen und diesen Namen geschickt in Umlauf zu setzen wissen, dann stellt er sich plötzlich von selbst ein. Freilich hat die Kult-Nennung auch ihre Tücke: Wurde ein als Kult gewürdigter Gegenstand zu oft, zu lange oder von den falschen Personen als Kult bezeichnet, verliert er augenblicklich seinen Kultcharakter. Die Kultur trennt sich von ihm und zahlt auch keine Alimente. (Der Standard, Printausgabe 11./12.3.2006)

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    Star Trek – "Raumschiff Enterprise" – wurde in den Siebzigern begeistert im Fernsehen verfolgt. Bis heute ist Star Trek einer der populärsten Namen in der Geschichte der Science-Fiction- Unterhaltung.

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