Milchbauern sind sauer

21. Februar 2006, 10:35
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IG Milch kämpft weiter um faire Preise - Österreichweite "Tafelaktion" soll Konsumenten sensibilisieren

Wien - Die 5.500 österreichischen Milchbauern, die in der IG Milch organisiert sind und für rund ein Drittel der heimischen Milchproduktion verantwortlich zeichnen, setzen unermüdlich ihren Kampf um einen fairen Milchpreis fort. Nun soll mit einer österreichweiten "Tafelaktion" auf die Existenz bedrohende Lage der heimischen Milchbauern aufmerksam gemacht werden.

Bei der soeben angelaufenen Aufklärungskampagne werden Tafeln an Bauernhöfen, Durchzugsstraßen sowie bei Stadt- und Ortseinfahrten angebracht. Ziel sei es, 2.500 solcher Tafeln aufzuhängen, hieß es. Die Milchbauern wollen vor allem die Konsumenten wieder für ihre Anliegen sensibilisieren: Mit einem Stundenlohn von 1 bis 3 Euro für einen Dienst von 365 Tagen im Jahr und einem Milchpreis von 26 bis 28 Cent je Liter werde den Milchbauern "ihr Lohn vorenthalten", sagte IG Milch-Obmann Ewald Grünzweil.

Neun Betriebe sperren täglich zu

Die EU-Ratspräsidentschaft Österreichs sollte daher seitens der Politik genutzt werden, Ziele für die heimische Milchwirtschaft zu definieren. Es sei eine Tatsache, dass in Österreich jeden Tag neun landwirtschaftliche Betriebe zusperren, so Obmann-Stellvertreter Leo Steinbichler. Der allseits geforderte Strukturwandel sei also gleichbedeutend mit Bauernsterben. Die Politik müsse die entsprechenden Rahmenbedingungen vorgeben, damit die von den Konsumenten verlangte kleinbäuerliche Struktur der heimischen Landwirtschaft aufrechterhalten werden könne, hieß es.

An ihrer Forderung nach einem "fairen" Milchpreis von 40 Cent je Liter hält die IG Milch unterdessen fest. Sollte es bis September 2006 nicht gelingen, diesen Preis für die Milchbauern bei den Molkereien durchzusetzen, sei nach wie vor ein europaweit koordinierter Lieferboykott geplant, so Grünzweil, der erneut betonte: "Nichts ist so teuer wie billige Milch". Ein Lieferboykott sei aber "der letzte Hebel". (APA)

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    Mit einer österreichweiten "Tafelaktion" soll auf die Existenz bedrohende Lage der heimischen Milchbauern aufmerksam gemacht werden.

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