Streit um neues Firefox-Feature

21. März 2006, 12:40
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Ping-Attribut informiert Webseiten über angeklickt Links - KritikerInnen sprechen von Spyware

Zu einer heftigen Kontroverse innerhalb der Mozilla-Community hat ein Weblog-Eintrag von Firefox-Entwickler Darin Fisher geführt. Die Ursache: Die Ankündigung eines neuen Feature in aktuellen Firefox 2.0-Vorversionen nährt die Ängste vor einer möglichen Überwachung des UserInnen-Verhaltens.

Pings

Der Streitpunkt ist dabei das neue Ping-Attribut für Hyperlinks. Dieses ermöglicht es eine Webseite anzugeben, an die im Fall des Anklickens ein "Ping" gesendet wird, dabei wird auch ein Referer samt User Agent-Kennung und IP-Adresse mitgeschickt, KritikerInnen sprechen deswegen von einem klassischen Fall von Spyware.

Nichts Neues

Dem halten die BefürworterInnen entgegen, das schon bisher zahlreiche Webseiten Redirects einsetzen würden, um das Anklicken von Links mitzuprotokollieren. Im Gegensatz zur Ping-Lösung würde dies aber zu einer Verzögerung beim Surfen führen, auch die Linkstruktur zwischen einzelnen Seiten werde so verschleiert.

Übergreifend

Das neue Attribut ist eine Spezifikation der WhatWG-Arbeitsgruppe, an der sich neben den EnwicklerInnen von Mozilla auch Opera oder Safari beteiligen. Firefox hat diese aber nun als erstes implementiert.

Aktiv

Besonders verärgert zeigen sich einige BenutzerInnen darüber, dass das Feature in aktuellen Firefox 2.0-Vorversionen - nicht aber in den Builds der derzeit stabilen 1.5.x-Reihe - standardmäßig aktiviert ist. Abgeschalten kann das Ganze derzeit nur über die Einstellung browser.send_pings in about:config werden. (red)

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