Nachlese: Wahlkampfauftakt für Präsidentschaftswahlen

29. Juni 2006, 14:56
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Linksgerichteter Kandidat Lopez Obrador laut Umfragen mit 34 Prozent in Führung - Konservativer Calderon bei 26 Prozent

Metlatonoc - Zum Auftakt des Wahlkampfs für die Präsidentenwahl am 2. Juli in Mexiko haben die drei führenden Bewerber die Bekämpfung der Armut zu ihrem Hauptanliegen erklärt. Der in Umfragen in Führung liegende linksgerichtete Kandidat Andres Manuel Lopez Obrador reiste in den abgelegenen Bergort Metlatonoc, wo er von den Bewohnern begeistert empfangen wurde. Lopez Obrador war bisher Bürgermeister von Mexiko-Stadt.

"Die Armen und Vergessenen werden bevorzugt behandelt"

Die Stadt mit 30.000 Einwohnern hat den niedrigsten Lebensstandard des Landes. Die Verhältnisse dort sind nach einem UN-Bericht mit denen in Äthiopien, Eritrea und Sierra Leone vergleichbar. "Ich werde jedem zuhören. Ich werde jeden respektieren", sagte Lopez Obrador, der für die linksgerichtete Partei der Demokratischen Revolution (PRD) antritt. "Aber die Armen und Vergessenen Mexikos werden bevorzugt behandelt."

Weltmeister

Der konservative Präsidentschaftskandidat Felipe Calderon begann seinen Wahlkampf für die Nationale Aktionspartei (PAN) von Amtsinhaber Vicente Fox in Mexiko-Stadt. Calderon kündigte an, er werde Mexiko im Fall eines Siegs zu einem Weltmeister machen. Außerdem werde er sich entschlossen für die Verbrechensbekämpfung einsetzen, Arbeitsplätze schaffen und die Löhne anheben, so dass nicht mehr tausende Mexikaner in die USA auswandern müssten.

"Mit den Menschen identifizieren"

Roberto Madrazo von der Partei der Institutionellen Revolution (PRI), die bis zum historischen Wahlsieg Fox' 2000 das Land 71 Jahre lang regierte, begann seinen Wahlkampf in außerhalb der Hauptstadt. "Wir wollen unseren Wahlkampf mit den Menschen identifizieren, denen am meisten fehlt", sagte der Exgouverneur von Tabasco.

Einer am Donnerstag von der Zeitung "Reforma" veröffentlichten Umfrage zufolge lag Lopez Obrador mit 34 Prozent der Stimmen in Führung, auf Calderon entfielen 26 Prozent, auf Madrazo 22 Prozent. 15 Prozent der 1.515 Befragten waren noch unentschieden. Amtsinhaber Fox darf laut Verfassung bei der Wahl nicht mehr antreten. (APA/AP)

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    Andres Manuel Lopez Obrador zum Auftakt des Wahlkampfes in Metlatonoc im Süden des Landes.

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