Noch nicht am Ziel in Bratislava

10. März 2006, 13:17
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Streit über die Privatisierung der Flughäfen geht weiter - unerwarteter Weise wurde eine zweite Bieterrunde eingeläutet - neue Frist bis 27. Jänner

Preßburg - Der Streit über die Privatisierung der Flughäfen Bratislava/Preßburg und Kosice geht weiter. Der Koalitionsrat ist am Donnerstag zum Schluss gekommen, dass die Angebote der beiden Bestbieter - des Konsortiums TwoOne um den börsenotierten Flughafen Wien und des Konsortium Abertis - ausgeglichen seien. Daher sollten die beiden Bestbieter nun nachbessern. Damit wurde eine zweite Verhandlungsrunde eingeläutet.

Derjenige der beiden Bieter, der mehr Geld für den Flughafen Bratislava biete, werden die Möglichkeit bekommen, die 66 Prozent der Anteile am Flughafen Bratislava und Kosice zu kaufen, hieß es. Offenbar geht es der slowakischen Regierung nun darum, den Preis weiter nach oben zu treiben.

Ende Jänner

Der slowakische Verkehrsminister will nun möglichst bald die Bedingungen der zweiten Runde bestimmen. Dem Vernehmen nach soll die neue Frist für die Nachbesserung der Angebote nun bis zum 27. Jänner laufen.

Die Entscheidung des Koalitionsrates stellt eine Reaktion auf die Vorbehalte der oppositionellen Christdemokraten (KDH) gegen einen Verkauf des Flughafens dar.

Flughafen Wien: Chancen intakt

Das Bieterkonsortium TwoOne um den Flughafen Wien will sich die neuen Verhandlungs-Kriterien für eine Übernahme der Flughäfen Bratislava und Kosice anschauen und das Angebot dann "gegebenenfalls nachbessern", sagte der Leiter des Konsortiums TwoOne, Michael Fazekas, am späten Donnerstag Nachmittag zur APA. Die Chancen für TwoOne sehe man nach wie vor als "intakt".

Empfehlung

Verkehrsminister Pavol Prokopovic hatte der slowakischen Regierung den Verkauf von 66 Prozent der Flughafen-Anteile an das Konsortium TwoOne empfohlen, dem neben dem Flughafen Wien auch die Raiffeisen Zentralbank (RZB) und die slowakische Finanzgruppe Penta angehören.

TwoOne bei 406 Millionen Euro

Das Angebot von TwoOne belief sich bisher inklusive Investitionszusagen auf insgesamt 406 Miillionen Euro.

Das TwoOne-Konsortium, in dem der Flughafen Wien mehr als 50 Prozent der Stimmanteile hält, bot für die Beteiligung am Flughafen Bratislava bisher konkret sechs Milliarden Kronen (derzeit 161 Mio. Euro) und für den Flughafen Kosice 900 Millionen Kronen. Weiters wurden 7,9 Milliarden Kronen als Kapitalzufuhr für Ausbaumaßnahmen am Flughafen Bratislava und 380 Millionen Kronen für den Flughafen Kosice zugesagt. In Summe beläuft sich das Übernahmeangebot damit auf 15,18 Milliarden Kronen (406 Mio. Euro).

Das Ausbauprogramm für den Flughafen Bratislava sieht einen Investitionsbedarf von rund 9,37 Milliarden Kronen in den ersten fünf Jahren vor und besteht aus insgesamt 22 Projekten. Zu den vorrangigsten Projekten zählen unter anderem der Ausbau des bestehenden Terminals, die Pistensanierung, ein neues General Aviation Center, die Erweiterung der Parkflächen sowie die Errichtung eines weiteren Terminals. Für den Flughafen Kosice beträgt der Investitionsbetrag in den ersten fünf Jahren 415,6 Millionen Kronen. (APA)

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