SPÖ kritisiert "Husch-Pfusch"-Börsengang

15. März 2006, 16:38
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Die Privatisierung sei "übereilt" und ein "Hinweis" darauf, dass mit weiteren Schließungen von Postämtern zu rechnen sei glaubt Darabos

Wien - "Husch-Pfusch ohne Strategie" ist für SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos der von der Regierung beschlossene Verkauf von 49 Prozent der Post über die Wiener Börse. Die Privatisierung sei "übereilt" und ein "Hinweis" darauf, dass mit weiteren Schließungen von Postämtern zu rechnen sei, sagte Darabos bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. Im vergangenen Jahr wurden 310 Ämter geschlossen, 47 weitere Postämter befinden sich derzeit in Prüfung, ein alternatives "Greisler-Postamt" hat bereits wieder zugesperrt.

Der Bundesgeschäftsführer erneuerte den Appell von SP-Chef Alfred Gusenbauer, bis Jahresmitte eine "Nachdenkpause" einzulegen. Die SPÖ vermisse ein Bekenntnis zur flächendeckenden Versorgung und außerdem würden auch Experten keine klare Wachstumsstrategie bei der Post-Privatisierung sehen. "Es geht hier nicht um ein Waschmittel, sondern um die Post, die den Auftrag hat, die gesamte Bevölkerung zu versorgen", so Darabos.

Der Regierung würde das Unternehmen "verscherbeln" und vor allem die ländliche Versorgung "ausdünnen", kritisierte der Bundesgeschäftsführer. Schwarz-Blau hätte seit 2000 die Zahl der Postämter halbiert und der jetzige Börsegang sei ein Hinweis auf weitere Postamtsschließungen, meinte Darabos. Er kritisierte auch, dass der Erlös nicht in das Unternehmen fließen solle, sondern Finanzminister Karl-Heinz Grasser (V) die "Budget-Statistiken damit schönen" wolle. (APA)

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