EU-Regierungen suchen nach Google-Alternative

6. März 2006, 15:16
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Zwei Milliarden für die Entwicklung einer "europäischen" Suchtechnologie

Deutschland und Frankreich sollen derzeit über einen Plan verhandeln, ein bis zwei Milliarden Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren in die Entwicklung "europäischen" Suchtechnologie zu investieren, berichtet die International Herald Tribune. Das Quaero getaufte Forschungsprojekt - vom lateinischen "Ich suche" - soll aus den jeweiligen Staatshaushalten zusammen mit Technologieunternehmen aus den beiden Ländern finanziert werden. Als Unternehmen wurden Thomson, Siemens, France Télécom und Deutsche Telekom genannt, wobei ein Sprecher von Thomson erklärte, dass es möglicherweise bereits nächste Woche eine Ankündigung geben könnte.

Überprüfung

Wahrscheinlich müsste die EU-Kommission das Projekt einer Überprüfung unterziehen, da es um die Frage der Zulässigkeit staatlicher Subventionen für dieses Vorhaben geht. Quaero geht auf eine Vereinbarung zwischen Frankreichs Präsident Jacques Chirac und dem früheren deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder zurück, die eine Konkurrenz zur Dominanz von Google aufbauen wollten. Dahinter steht auch die vor allem in Frankreich massiv geäußerte Kritik am Google-Buchprojekt, mit dem der Bestand von Bibliotheken sowie Verlagen digitalisiert und über die Suche zugänglich gemacht werden soll.

Zwei Milliarden

Nach Angaben von Quaero-Organisatoren sei man bemüht, noch dieses Monat Finanzierung in der Höhe von ein bis zwei Mrd. Euro zu finalisieren; detaillierte Angaben wurden aufgrund der "sensiblen" Natur des Projekts bisher nicht gemacht. Von den genannten deutschen Unternehmen gibt es bisher keine offizielle Stellungnahme.(red/DER STANDARD, Printausgabe vom 19.01.2006)

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