Köln ist wieder das Möbel-Mekka

9. März 2006, 14:35
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Internationale Messe "imm cologne 06" läuft noch bis 22. Jänner - 21 österreichische Firmen sind vertreten - Auszeichnung für TEAM7-Designstuhl "Magnum"

Noch bis 22. Jänner trifft sich auf der diesjährigen internationalen Möbelmesse imm cologne in Köln die internationale Designmöbel-Szene. 1.333 Aussteller aus 53 Ländern zeigen die Einrichtungs- und Wohntrends für das Möbeljahr 2006 – darunter auch 21 Firmen aus Österreich.

Trendschau

Die Kölner Messe ist als Trendschau für das beginnende Möbeljahr für die Möbelbranche von großer Bedeutung. "Die Farben werden peppiger und das Thema Technik spielt bei der diesjährigen Möbelmesse eine große Rolle", sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands der Deutschen Möbelindustrie (VDM), Dirk-Uwe Klaas, bei der Eröffnung.

Verbraucher müssen sich künftig nach den Worten von Klaas auf höhere Preise für die Inneneinrichtung der Wohnung einstellen. "Möbel werden um drei bis fünf Prozent teurer." Die Preissteigerungen betreffen den Angaben zufolge Designmöbel, aber auch Produkte im Niedrigpreissegment. Die Erhöhungen seien durch erhöhte Preise der Vorlieferanten und als Inflationsausgleich nötig, so Klaas.

Österreicher wollen mit Innovation und Formensprache punkten

Die auf der Messe vertretenden österreichischen Möbelhersteller wollen mit Innovation, Qualität und einer reichhaltigen Formensprache punkten. "Österreichische Möbelhersteller verbinden Tradition und ein großes Bewusstsein für handwerkliche Sorgfalt mit der Fähigkeit, die Bedürfnisse von heute in qualitativ hochwertige Produkte mit dem nötigen Schuss Innovation umzusetzen", umschreibt man bei der Plattform austrian furniture industry die Assets der österreichischen Branche.

Mit neuen Kollektionen sind unter anderem die Firmen ADA, Team 7 Natürlich Wohnen und Wittmann Möbelwerkstätten auf der imm vertreten (siehe Ansichtssachen). "Team 7"-Geschäftsführer Georg Emprechtinger berichtete von einem "guten Geschäft in Deutschland" und von insgesamt zuletzt 14 Prozent Umsatzwachstum in seiner Gruppe auf 45 Millionen Euro. Für heuer peile man das "unverschämte Ziel" von 20 Prozent Umsatzwachstum an. Dabei mithelfen soll der neu entwickelte und bereits 6.500 Mal verkaufte Freischwingerstuhl "Magnum", der beim "interior innovation award 2006" in Köln den ersten Preis "best of the best" erhielt - für Emprechtinger ein "Durchbruch für die österreichische Möbelindustrie".

austrian furniture industry

Zur Plattform austrian furniture industry zählen 70 Betriebe mit rund 10.500 Mitarbeitern. Der Großteil dieser Unternehmen sind Mittelbetriebe in privater Hand und repräsentieren laut Statistik Austria eine Branche mit einem Produktionswert von rund 1,23 Milliarden Euro.

Laut einer im Auftrag der austrian furniture industry im 4. Quartal 2005 durchgeführten Umfrage erwarten die Mehrzahl der Unternehmen ein Ansteigen der Produktion bei gleichzeitiger verhaltener Entwicklung der Verkaufspreise. Daraus lasse sich eine zurückhaltende Erwartung der Unternehmen zur Entwicklung ihrer Geschäftslage ableiten, heißt es bei der Plattform.

Exporte gingen zurück

Im Zeitraum Jänner bis September 2005 verzeichnete die österreichische Möbelindustrie gegenüber dem Vergleichszeitraum des Jahres 2004 bei einem Gesamt-Exportwert von knapp 882 Millionen Euro einen Exportrückgang von 5,5 Prozent. Der Wert der Exporte in die EU-24 ging dabei noch stärker zurück, nämlich um 8,5 Prozent auf rund 693 Millionen Euro. Die Importe aus den EU-24 gingen im selben Zeitraum um 5,9 Prozent zurück.

Hauptabsatzmärkte für österreichische Möbel sind nach wie vor Deutschland und Italien, wobei der italienische Markt eine Steigerung von 18 Prozent notieren konnte, die Exporte nach Deutschland aber mit minus 14,1 Prozent stark rückläufig waren. Großbritannien konnte mit einer erneuten Steigerung von 20,3 Prozent auf einen Wert von 41 Millionen Euro Frankreich als drittwichtigstes Exportland in der EU überrunden.

Starke Zuwächse konnten auch in Tschechien (+45,6%) und Slowenien (+69,3%) verzeichnet werden. Tschechien ist im osteuropäischen Raum mittlerweile mit einem Exportvolumen von knapp über 17 Millionen Euro auch Hauptabsatzmarkt. Im asiatischen Raum bleibt Japan weiterhin Spitzenreiter (41 Mio. Euro) mit einem Plus von 14,3% gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt konnte der Export nach Asien um 11,8% gesteigert werden.

Positiver Trend bei Produktion

Gewachsen ist in den ersten drei Quartalen auch die Produktion: Sie legte um 3,9% gegenüber 2004 zu. Lediglich die Produktion von Küchenmöbeln aus Holz verbuchte ein Minus von 3,7%. Die Gruppe der Sitzmöbel konnte um 8,7% gesteigert werden, die Büro- und Ladenmöbel um 6,7%. Der Bereich der sonstigen Möbel weist ein Plus von 2,2% auf. (map/APA)

Service

Die imm cologne 06 findet von 16. bis 22. Jänner statt. Publikumstage sind Samstag, 21., und Sonntag, 22. Jänner 2006.

Link

austrian furniture industry

Ansichtssache

Neue Design-Möbel von TEAM7 und Wittmann

Wohnlandschaften von ADA
  • Der Freischwinger "Magnum" von TEAM7 wurde auf der Kölner Möbelmesse im Rahmen des "interior innovation award 2006" mit dem ersten Preis "best of the best" prämiert.
    foto: team7

    Der Freischwinger "Magnum" von TEAM7 wurde auf der Kölner Möbelmesse im Rahmen des "interior innovation award 2006" mit dem ersten Preis "best of the best" prämiert.

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