Stadt Wien überlegt Ankauf der Villa Beer

16. April 2007, 17:41
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Gebäude zwischen 1929 bis 1931 nach Plänen von Josef Frank errichtet

Die Stadt Wien überlegt den Ankauf der "Villa Beer" in Hietzing. Das in der Nähe von Schloss Schönbrunn in der Wenzgasse befindliche Haus gilt als eines der Schlüsselwerke der modernen österreichischen Architektur. Es wurde zwischen 1929 und 1931 nach Plänen von Josef Frank errichtet. Sollte die Stadt den Zuschlag erhalten, will sie die Villa Beer öffentlich zugänglich machen, wie Planungsstadtrat Rudolf Schicker (S) am Dienstag in einer Aussendung betonte.

Derzeit in Privatbesitz

Die Liegenschaft befindet sich derzeit in Privatbesitz. Schicker: "Der von der Stadt angestrebte Kauf der Villa Beer ist eine Chance für beide Seiten: für den Eigentümer ebenso wie für Wien. Nach einer kompletten Sanierung des Gebäudes wollen wir sowohl die Villa als auch den anschließenden Garten für die Menschen öffnen."

Schicker betonte aber auch, dass die Stadt "keinen horrenden Preis" zahlen werde. Schließlich müsse das Gebäude saniert und auch erhalten werden: "Da kommen einige Kosten auf die Stadt zu." Mit dem Ankauf und der Öffnung der "Villa Beer" stünde dann auch in Wien ein bedeutendes Beispiel der "Klassischen Moderne" für alle Architektur-Interessierten bereit, betonte Schicker.

Höchst komplexes Gebäude

Friedrich Achleitner bezeichnet die Villa in seinem Führer zur Österreichischen Architektur des 20. Jahrhundert als "das wohl bedeutendste Beispiel Wiener Wohnkultur der Zwischenkriegszeit". Hinter einer verschlossenen schmucklosen Fassade verbirgt sich ein räumlich höchst komplexes Gebäude, welches sich mit großen Fenstern und unzähligen Balkonen und Terrassen zum Garten hin öffnet.

Ausstellung geplant

Der ehemalige Wohnbereich soll als begehbares "Modell im Maßstab 1:1" die räumlichen und architektonischen Qualitäten des Gebäudes erlebbar machen. In den anschließenden Räumlichkeiten soll zudem eine Ausstellung die Zeit der Entstehung der Villa und das Leben des Architekten genauer dokumentieren. Auch das wissenschaftliche Arbeiten soll - wenn es zu einer Einigung zwischen Stadt und derzeitigen Eigentümern kommt - in Büro- und Archivräumen möglich sein. (APA)

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