Kooperation mit Börse Belgrad vereinbart

17. Februar 2006, 12:13
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Wiener Börse bietet Unterstützung beim Aufbau eines Derivativmarkts - Starker zentraleuropäischer Kapitalmarkt angestrebt

Wien - Die Börsen Wien und Belgrad rücken zusammen und werden ab sofort in verschiedenen Bereichen zusammenarbeiten. Das haben die Chefin der Börse Belgrad (BELEX), Gordana Dostanic, und Wiener-Börse-Vorstandsdirektor Michael Buhl mit der Unterzeichnung eines "Memorandum of Understanding" (MoU) am Dienstag in Wien besiegelt, teilte die Wiener Börse am Dienstag in einer Aussendung mit.

Aufbau eines Derivativmarktes

Die beiden Börsen wollen in Zukunft vor allem im Bereich der Derivativmärkte kooperieren. Konkret könnte die Wiener Börse die Börse Belgrad zunächst beim Aufbau eines Derivativmarktes beratend unterstützen und in weiterer Folge auch bei der Einführung strukturierter Produkte an der Börse Belgrad beratend tätig sein. Darüber hinaus planen die beiden Börsen auch in den Bereichen gemeinsame Datenverteilung, -verkauf und Indizes zu kooperieren.

Buhl sieht durch das Kooperationsabkommen das Expertenwissen in Wien bestätigt. Außerdem könne dadurch gezeigt werden, dass die Wiener Börse in erster Linie an Kooperationen mit den zentral- und südeuropäischen Börsen interessiert sei. "Ich bin überzeugt, dass der MoU mit Belgrad uns dem gemeinsamen Ziel, einen starken zentraleuropäischen Kapitalmarkt aufzubauen, wieder einen Schritt näher bringt", betont Buhl.

Fünftes Kooperationsabkommen

Das Memorandum mit der Börse Belgrad ist das fünfte Kooperationsabkommen der Wiener Börse. 2004 wurden Kooperationsverträge mit den Börsen Shanghai, Dubai und Bukarest geschlossen. Im Vorjahr beschloss die Wiener Börse die Zusammenarbeit mit der Börse Zagreb. Die Kooperationsverträge mit den Börsen Bukarest und Shanghai fanden 2005 in der Entwicklung der gemeinsamen Indizes ROTX (Börse Bukarest) und CNX (Börse Shanghai) eine erste konkrete Umsetzung, der gemeinsame Index mit der Börse Zagreb soll noch heuer folgen.

Die Börse Belgrad zählt zu den kleineren Börsen Südeuropas: Die Marktkapitalisierung betrug Ende 2005 6,7 Mrd. Euro, das entspricht einem Zuwachs gegenüber 2004 von 55,57 Prozent. Der gesamte BELEX-Jahresumsatz lag 2005 bei rund 470 Mio. Euro. Zum Vergleich: Die Marktkapitalisierung der Wiener Börse betrug Ende 2005 107 Mrd. Euro, der durchschnittliche Monatsumsatz der Wiener Börse lag im Vorjahr bei 6,1 Mrd. Euro. (APA)

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    screenshot: derstandard.at
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