Frauen im KZ Ravensbrück - Vermächtnis zur Erinnerung

17. Februar 2006, 13:26
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Die Wanderausstellung "Wege nach Ravensbrück" ist in einer Neubearbeitung in Wien zu sehen

Wege nach Ravensbrück, Wege ins Konzentrationslager, Überleben und das Leben danach ... es waren vielfältige Geschichten, welche die Frauen der Lagergemeinschaft Ravensbrück vor einigen Jahren an junge Frauen weitergaben, an Frauen der nächsten Generation. Die Überlebenden waren Jüdinnen, Kommunistinnen, Lesben, Kärntner Sloweninnen, Romni, Sintezza, Zeugin Jehovas, Partisaninnen oder Geliebte eines Zwangsarbeiters. Für sie alle wurde das Konzentrationslager Ravensbrück zur einzigen Gemeinsamkeit in ihrem Leben, zur "Hölle der Frauen".

Im Rahmen eines umfangreichen Forschungsprojektes fanden viele dieser Frauen, die in das nationalsozialistische Frauen-KZ deportiert worden waren und überlebt hatten, "Erbinnen" für ihre Lebensgeschichten und Erfahrungen, die nach der Befreiung vielfach von weiterer Diskriminierung, Ausgrenzung und Kriminalisierung gekennzeichnet waren.

Ausstellung

Daraus entstand unter anderem die Wanderausstellung "Wege nach Ravensbrück. Erinnerungen von österreichischen Überlebenden des Frauenkonzentrationslagers" von Katrin Auer, Daniela Gahleitner, Sylvia Köchl, Corinna Oesch, Christa Putz und Michaela Schauerecker. Vor über fünf Jahren in Wien eröffnet (dieStandard.at berichtete) ist das Vermächtnis der Frauen, die das KZ Ravensbrück überlebt haben, nun in einer Neubearbeitung bis Mitte Februar in Wien zu sehen.

Die damalige Ausstellung beruhte auf Interviews mit den Frauen und entstand aus der konstanten Zusammenarbeit mit ihnen, was nun, Jahre später, in dieser Form nicht mehr möglich wäre. Inzwischen sind viele der interviewten Frauen verstorben. Die Organisation der Überlebenden, die österreichische Lagergemeinschaft Ravensbrück, hat die Leitung des Vereins an jüngere Frauen übergeben.

Auftrag

Die aktuelle Ausstellung wurde um diese neuere Geschichte erweitert, wie die Wissenschafterinnen betonen: "So ist vielfach diese kurze Zusammenarbeit auch für uns jüngere Frauen schon Geschichte, die wir trauernd zur Kenntnis nehmen müssen. Das Sterben der Überlebenden konfrontiert uns mit dem drohenden Ende der erzählten Geschichte von Frauen über Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus. Gleichzeitig haben uns die Überlebenden aber auch ein Vermächtnis übergeben, das uns beauftragt und ermächtigt, weiter zu erinnern und auch politisch zu handeln. Diese schwierige Situation greifen wir in der Neubearbeitung der Ausstellung auf und stellen sie in den Kontext offener und unbeantworteter Fragen."

Begleitprogramm

Fr, 17.2.2006, 19h
Werkstattbericht und Diskussion
Ausstellungsarbeit mit Lebensgeschichten
(dy)

Wege nach Ravensbrück.
Eine Ausstellung weiter denken.

Von Katrin Auer, Daniela Gahleitner, Sylvia Köchl, Christa Putz.

Dauer: 19.1.-17.2.2006, Di - Fr 13-18 Uhr.

Ort: Galerie der IG Bildende Kunst, Wien, Gumpendorfer Straße 10-12.

Link
Ausstellung und Details zum Begleitprogramm
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    foto: ausstellung
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