12.400 Sklavenarbeiter befreit

25. Juni 2006, 12:53
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159 Betriebe auf "schwarzer Liste"

Berlin - In Brasilien müssen noch immer zehntausende Menschen als Sklavenarbeiter schuften. Die Schätzungen schwanken zwischen 25.000 und 200.000 Personen. Betroffen seien vor allem junge Männer, die auf Farmen im Norden und mittleren Westen des Landes unter sklavenähnlichen Bedingungen arbeiteten, sagte die brasilianische Arbeitsinspekteurin Ruth Beatriz de Vasconcelos Vilela am Dienstag in Berlin. "Es sind Arbeiter, die quasi unsichtbar sind in unserer Gesellschaft", betonte sie.

Nach Angaben Vilelas hat die brasilianische Regierung seit 2003 ihre Anstrengungen gegen die moderne Sklaverei verstärkt. Seither seien rund 12.400 Arbeiter aus der Sklavenarbeit befreit worden. Zudem würden Betriebe, die Sklavenarbeiter beschäftigten, auf eine schwarze Liste gesetzt. Derzeit seien 159 Betriebe aufgeführt. Verbraucher seien aufgerufen, Produkte dieser Unternehmen nicht zu kaufen. Zudem würden Banken oftmals nur eingeschränkt Kredite an diese Betriebe vergeben.

Schuldknechtschaft

Die am weitesten verbreitete Form der Sklaverei in Brasilien und weltweit sei die . "Die Arbeiter haben Schulden, die wachsen und nicht rückzahlbar sind", sagte Vilela. Sie erhielten keinen Lohn für ihre Arbeit und gleichzeitig würden ihre Schulden durch Transport, Ernährung oder sonstige Spesen - zum Teil zu überhöhten Preisen- in die Höhe getrieben.

"Die Zwangsarbeit - früher sagten wir Sklaverei - frisst sich in unterschiedlichen Facetten weltweit durch", sagte dazu der frühere deutsche Arbeitsminister Walter Riester. Laut einer Schätzung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) müssen weltweit etwa 12,3 Millionen Menschen unter sklavenähnlichen Bedingungen arbeiten. Ein großer Teil davon seien Kinder. (APA/dpa)

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