"Don't steal Mac OS X"

14. März 2006, 14:30
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Apple geht neue Wege im Kopierschutz: Versteckte Nachricht appelliert an das Gewissen der Cracker

Nachdem Apple in den letzten Monaten mit verschiedenen technischen Verfahren - und wenig Erfolg - versucht hat, Mac OS X für x86-Rechner vor dem Kopieren zu schützen, scheint man sich nun anderer Methoden zu bedienen. Wie das OSx86 Project berichtet, beinhaltet Mac OS X 10.4.4 eine versteckte Nachricht an potentielle Cracker: "Don't steal Mac OS X".

Umfeld

Die Message findet sich in der Datei /System/Library/ Extensions/Dont Steal Mac OS X.kext, allerdings nur in der x86-Version, im aktuellen Mac OS X für PowerPC-Rechner fehlt die "Bitte" hingegen. Ob die Nachricht ein Hinweis auf Apples steigende Verzweiflung im Absichern seines Betriebssystems oder einfach nur ein neckischer Insider-Witz ist, kann zwar von außen nur schwerlich festgestellt werden, immerhin demonstriert die Aktion aber eines: Mit dem Umstieg auf x86-Prozessoren ist das Thema Raubkopie erstmals zu einem ernsthaften Diskussionspunkt bei Apple geworden.

Ausschluss?

Während in der "geschützten Umgebung" der PowerPC-Prozessoren aufgrund der mangelnden Hardware-Alternativen das Kopieren des Betriebssystems nur begrenzt ein "Problem" war, so muss sich der Computerhersteller im vielfältigen x86-Umfeld auch mit solchen Fragen herumschlagen. Immerhin will man ja die eigene Hardware verkaufen und nicht die "Gratis"-Installation von Mac OS X auf billigeren Alternativen ermöglichen, so zumindest die momentane offizielle Sprachregelung von Apple.

Spekulatives

Bliebe natürlich noch immer die Möglichkeit, Mac OS X ganz offiziell auch für Nicht-Apple-Rechner anzubieten, davor schreckt das Unternehmen aber wohl vor allem aus einem Grund zurück: Dann müsste man sich auch um die Unterstützung einer Unzahl an Treibern für verschiedenste Hardware-Kombinationen kümmern. Ein Unterfangen, das einen nicht zu unterschätzenden Ressourcenaufwand bedeuten würde.

Möglichkeiten

Trotzdem könnte sich eine Art Zwischenlösung entwickeln, etwa in Form "stiller Duldung", wie der angesehene Tech-Journalist Robert Cringely in seinen Jahresvorhersagen spekuliert. Der von der Hardware unabhängige Verkauf von Mac OS X - wie er ja schon bisher praktiziert wird - könnte der Schlüssel für eine Verbreitungsschub des Apple-Betriebssystems sein. Kostenpflichtigen Support müsste der Computerhersteller in so einem Fall ja nicht leisten, diese Aufgabe würden dann wohl recht schnell Community-Seiten, wie sie vor allem im Open Source-Umfeld sehr verbreitet sind, übernehmen. (red)

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