Investition von 500 Millionen für Bratislava

10. März 2006, 13:17
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Ab Mitte 2006 wird man bereits in Wien für Flüge ab Bratislava einchecken können - Dort soll ein Flughafen mit europäischem Spitzenniveau entstehen

Das Konsortium TwoOne um den Wiener Flughafen, die Raiffeisen Zentralbank und die slowakische Investorengruppe Penta, das als Bestbieter bei der Privatisierung der beiden slowakischen Flughäfen Bratislava und Kosice hervorging, startete am Donnerstag vor Journalisten in Bratislava eine Charmeoffensive. Um die Ressentiments gegenüber den Wiener zu entkräften, wurden die konkreten Investitionspläne präsentiert und die Garantie gegeben, dass die Flughafengebühren nicht angehoben werden. Und selbst bei steigender Inflationsrate, werde eine eventuelle Gebührenerhöhung nur die Hälfte der Inflationsrate ausmachen, versicherte Penta-Manager, Jozef Oravkin.

Sobald der Zuschlag erteilt wird, überweist das Konsortium 391 Millionen Euro. Dieser Betrag setzt sich aus dem Kaufpreis (178 Mio. Euro) und den Kapitalerhöhungen (213 Mio. Euro) zusammen. Bezahlt wird die Summe zu einem Drittel von Penta, 20 Prozent kommen von der RZB und der überwiegende Rest vom Wiener Flughafen. Bis 2010 verpflichten sich die Investoren 240 Mio. Euro zu investieren, von 2011 bis 2015 werden weitere 250 Mio. an freiwilligen Investitionen fließen. Flughafen-Chef Herbert Kaufmann betonte, dass die beiden Flughäfen die Investitionen zum Teil aus den Mittel der Kapitalerhöhung und dem Cashflow finanzieren müssen.

Einchecken in Wien

Als Sofortmaßnahme ab Mitte 2006 soll man auch im City-Check-in in Wien für Flüge ab Bratislava einchecken können und es wird eine Busverbindung eingerichtet. Bis 2009 wird der Schnellzug CAT bis zum Flughafen Bratislava verlängert, und eine Bahnstrecke in die slowakische Hauptstadt gebaut. Bis 2010 wird in Bratislava das bestehende Terminal ausgebaut, ein neues errichtet sowie die Pisten erweitert. Rasch soll das dringend notwendige, mehrstöckige Parkhaus entstehen, ebenso neue Hanger und Einkaufsmalls. All diese Projekte werden auf Grundstücken des Airports realisiert, wodurch mit keinen rechtlichen Problemen zu rechnen sei. Weitere Projekte im Umfeld des Flughafens wie Verwaltungsgebäude, Hotel und Logistikzentrale werden folgen, versicherte Kaufmann.

Der Wiener Flughafen will sich als klassischer internationaler Hub (Drehkreuz) für die Langstrecke positionieren, Bratislava als Spezialist für den Punkt zu Punkt Verkehr für Business, Charter und Low-Cost-Carrier. Das ermögliche Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen Flughäfen wie Zürich, München, Prag. Bis 2015 wird die Zahl der Passagiere an beiden Airports von derzeit 17 auf 30 Mio. steigen. Mit der Kapazität des Flughafens Bratislava wird sich der Bau der dritten Piste in Wien um rund vier Jahre verzögern. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.1.2006)

Claudia Ruff aus Bratislava
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    Dem Flughafen Bratislava stehen rosige Zeiten bevor: Die Wiener garantieren, u.a. neue Terminals, Pisten und Parkplätze. Für eine schnelle Verbindung sorgt der Schnellzug CAT.

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