Berühmte Feder

6. Juni 2006, 14:04
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Der Füllhalter aus dem Hause Montblanc feiert seinen 100. Geburtstag

Hamburg - Der Montblanc-Füller kommt seit hundert Jahren aus den Hamburger Produktionsstätten und ist nach wie vor keine Massenware, sondern ein mit Liebe zum Detail gefertigtes Produkt.

Eine wechselvolle Geschichte hat die Fertigung der Füllfederhalter begleitet, heute gehört das einstige Familienunternehmen zur internationalen Richemont-Gruppe (Cartier, Piaget, A.Lange & Söhne) mit einem Jahresumsatz von zuletzt 3,7 Milliarden Euro. Mit einem Festakt feiert der Füllfederhalter-Hersteller am Mittwoch in Hamburg sein 100-jähriges Firmenjubiläum.

Der Schreibwarenhändler Claus-Johannes Voss und der Bankier Alfred Nehemias aus Hamburg sowie der Berliner Ingenieur August Eberstein entschlossen sich 1906, in Produktion und Handel mit Füllfederhaltern einzusteigen, von denen sie unausgereifte Vorläufer in den USA und England kennen gelernt hatten.

Tausende Verkaufsstellen

"Die Simplo Filler Pen Company, gegründet Hamburg, New York - das klang damals schon international", erzählt Wolff Heinrichsdorff aus der Geschäftsführung Montblanc International. Heute ist das Unternehmen in mehr als 70 Ländern vertreten, mit mehr als 260 eigenen Boutiquen und mehr als 9000 Verkaufsstellen.

Heinrichsdorff ist seit 15 Jahren dabei, hat den Aufbruch in die "Diversifikation" mitgemacht: Lederwaren und Schreibtischaccessoires wie Löschwiegen und Brieföffner, Brillen, Uhren, Schmuck und Parfüm runden das Angebot ab. Wurde noch 1990 der Umsatz fast ausschließlich mit Schreibgeräten gemacht, entfallen mittlerweile rund 40 Prozent auf die weiteren Produkte.

Meisterstück-Serie

Ein Klassiker ist die seit 1924 produzierte Meisterstück-Serie. "Sie war damals der Beweis, dass ein Handwerker ein Meisterstück fertigen kann", erzählt Heinrichsdorff. Glanzstücke sind auch limitierte Sonderauflagen. Im firmeneigenen Studio streift sich Werkzeugmacher Thorsten Hering weiße Handschuhe über, behutsam holt er die wertvollen Stücke aus nicht weniger edlen Schatullen. Zuchtperlen, Diamanten oder Rubine zieren die Schreibgeräte. Ein Juwel ist der mit 4.810 Brillanten besetzte Füllfederhalter zum Preis für 125.000 US-Dollar (103.366 Euro), der es 1994 als teuerstes Schreibgerät der Welt ins Guinness Buch der Rekorde schaffte. (dpa)

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    Die besondere Füllfeder...

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