Premier Paroubek "verzichtet" auf Abmagerungskur

20. März 2006, 13:02
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"Habe jetzt keine Zeit für derartige Aktivitäten" - Potenzieller "Ernährungs-Coach" des Regierungschefs im Zwielicht

Prag - Der tschechische Premier Jiri Paroubek hat auf seinen Plan, bis zum Beginn des Wahlkampfes vor den Parlamentswahlen (Juni 2006) zehn Kilogramm abzunehmen, plötzlich "verzichtet". Dies gab Paroubek bekannt, nachdem in den Medien die Information aufgetaucht war, wonach der Prominenten-Ernäherungsexperte Vit Chaloupka Handelskontakte mit der umstrittenen Unternehmerin Libuse Barkova gehabt habe. Unter Chaloupkas Aufsicht hätte auch auch der Regierungschef die überschüssigen Kilos loswerden sollen.

Die Immobilienunternehmerin Barkova war wegen Versicherungsbetrugs zu fünf Jahren Haft verurteilt worden - bisher jedoch nicht rechtskräftig, weil ein Berufungsgericht eine neue Verhandlung anordnete. Außerdem hatte Barkova eine Rolle in der Affäre des früheren Regierungschefs Stanislav Gross gespielt, die im April 2004 zu seinem Fall führte. Barkova ist eine Freundin der Ehefrau von Gross. Diese hatte mit Hilfe Barkovas, die eine Bürgschaft für einen Bankkredit übernahm, unter umstrittenen Umständen ein Haus in Prag gekauft.

Keine Zeit

Paroubek erklärte nun zu dem Abmagerungsplänen, er habe jetzt "keine Zeit für derartige Aktivitäten". "Die Erfüllung der Pflichten eines Premiers machen das unmöglich", so der sozialdemokratische Regierungschef. Zu dem Diättrainer Chaloupka sagte Paroubek, er sei mit ihm persönlich noch nicht zusammengetroffen. "Das Angebot Chaloupkas haben mir im guten Glauben meine Freunde übermittelt. Ich merke an, dass ich mich aber entschlossen habe, diese Möglichkeit nicht auszunützen", so Paroubek.

Die Figur Paroubeks war bereits ein gefundenes Fressen für die Boulevardpresse. Im Lauf seines Sommerurlaubs in den österreichischen Alpen 2005 wurde er von Paparazzi aufgespürt und in Unterwäsche auf dem Balkon des Hotels fotografiert. "Also, Herr Premier, eine Diät wäre erforderlich", schrieb damals die Boulevardzeitung "Blesk". (APA)

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