Erste demokratische Wahl seit Jahrzehnten geplant

29. März 2006, 16:02
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Ende April sollen Präsident und Parlament gewählt werden - 84 Prozent stimmten neuer Verfassung zu - Angst vor neuer Gewalt in Katanga

Kinshasa/Nairobi - Im Kongo, der seit Jahren unter einem brutalen Krieg leidet, sollen am 29. April erstmals seit Jahrzehnten unabhängige Wahlen stattfinden. Das berichtete der britische Sender BBC am Donnerstag. Die Wahlkommission hatte zuvor das Ergebnis der Volksabstimmung vom 18. Dezember bekannt gegeben.

Etwa 84 Prozent der Wähler haben der neuen Verfassung zugestimmt, die die Grundlage für die anstehenden Parlaments- und Präsidentenwahlen bildet. In der neuen Verfassung wurde unter anderem das Mindestalter für die Präsidentschaftskandidaten gesenkt, so dass auch der amtierende 34 Jahre alte Präsident Joseph Kabila antreten kann.

Zehntausende Vertriebene

Unterdessen warnten Hilfsorganisationen vor neuer Gewalt in der besonders rohstoffreichen Region Katanga. Dort seien allein in den vergangenen acht Wochen 50.000 Menschen vertrieben worden. Die Gegend wird von den so genannten Mai-Mai-Milizen kontrolliert, die die Bevölkerung terrorisieren, um ihr eigenes Überleben zu sichern. Die Hilfsorganisation Caritas ist eine der wenigen Organisationen, die dort Nothilfe leistet. Nach Einschätzung der Lobbyorganisation Crisis Group hat die Regierung in Kinshasa wenig Interesse daran, in Katanga Ruhe und Ordnung herzustellen. In dem rechtlosen Raum profitierten zahlreiche hochrangige Politiker von dunklen Geschäften mit der Bergbauindustrie. (APA/dpa)

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