Wählen Sie die Internet-Regierung!

13. Juni 2000, 15:51

Machen Sie mit bei der "I can! - eLection 2000"

Bis Oktober 2000 haben die Internetnutzer in aller Welt erstmals Gelegenheit, sich an der Wahl zum neuen Direktorium der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (Icann), einer Art Weltregierung des Internet, teilzunehmen. derStandard.at beteiligt sich für Österreich an der Suche nach europäischen Kandidaten.

Icann, die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers, wurde 1998 auf Initiative der US-Regierung als eine gemeinnützige Organisation gegründet, um das System der Internet-Namen und -Addressen zu verwalten. Ab September 2000 soll Icann vor allem das technische "Mikro-Management" des "Domain Name Systems" (DNS) übernehmen.

Das klingt sehr technisch, ist aber vor allem politisch hoch brisant. Denn das Internet-Direktorium wird über die Wettbewerbs-Chancen ganzer Industrien entscheiden.

Daher war auch die Gründung von Icann nicht unumstritten. Heftig kritisiert wurde vor allem, dass die Internet-Nutzer weltweit nicht an der Entscheidung über die neue "Internet-Regierung" beteiligt werden.

Icann hat sich nun entschlossen, neben den Icann-Board-Mitgliedern, die von wichtigen Internet-Verwaltungsbehörden und Industrielobby-Organisationen gestellt werden, auch die User in die Mitgestaltung des Führungsgremiums miteinzubeziehen. Im Rahmen eines sogenannten "At Large Membership"s, das sich aus Internetnutzern in aller Welt rekrutieren soll. Diese Laienmitglieder bestimmen bei der Wahl zum neuen Direktorium genau die Hälfte aller Icann-Direktoren, die dann die Interessen der "normalen Nutzer" vertreten sollen.

Trotzdem bleibt weiterhin vieles unklar: Wer wird für Icann bezahlen? Welche Rechte hat Icann? Wessen Interessen vertritt Icann?

Nur eine aktive Teilnahme einer beträchtlichen Useranzahl an der Icann-Wahl wird gewährleisten, dass dabei auch die Uservorschläge ein entsprechendes Gewicht erhalten. Und nur gute und stark begründete Kandidatenvorschläge aus der Surferschaft eröffnen die Chance, einen wirklichen Einfluss auf die Zusammensetzung der europäischen Kandidatenliste zu gewinnen - und eine Chance, die Interessen der Surfer gegenüber denen der Industrie und der Regierungen zu Gehör zu bringen.

Ab sofort können Sie hier Vorschläge, welche Österreicher im europäischen Wahlgremium vertreten sein sollen, deponieren. Schicken Sie uns bis 4. Juni Ihren Vorschlag samt einer kurzen Begründung.

Unterstützt wird die Initiative "I can! - eLection 2000" in Deutschland durch "Die Zeit" im Internet, die "Süddeutsche Zeitung Online", "Manager-Magazin Online", "Quality Channel", "ZDF Online", "Politik Digital" und in Frankreich durch "Le Monde interactif".

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