Kyoto-Protokoll: USA und Australien bleiben stur

12. Juli 2006, 14:33
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Pazifik-Anrainer beschließen Klimaschutz-Programm und wollen emissionsarme Kraftwerke entwickeln

Sydney - Mit der Entwicklung emissionsarmer Kraftwerke wollen die USA und Australien ihren Ausstoß an Treibhausgasen reduzieren. Die beiden Staaten kündigten am Mittwoch an, insgesamt 127 Millionen US-Dollar (105,1 Mio. Euro) in ein gemeinsam mit weiteren Pazifik-Anrainern geplantes Klimaschutz-Programm zu investieren. Umweltschützer kritisierten die in Sydney besiegelte Asien-Pazifik-Partnerschaft für Saubere Entwicklung und Klima als unzureichend.

Die Kritik richtete sich unter anderem dagegen, dass die sechs Partnerstaaten - neben den USA und Australien sind das China, Indien, Japan und Südkorea - bei der Stromerzeugung weiter vorrangig auf fossile Brennstoffe setzen wollen. Die sechs kritisierten Staaten stehen für 49 Prozent der weltweiten Wirtschaftskraft, 48 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs, 48 Prozent des weltweiten Ausstoßes an klimaschädlichen Gasen und 45 Prozent der Weltbevölkerung.

Abschlusserklärung

In ihrer Abschlusserklärung betonten die Partner, Kohle und Gas blieben für ihre Volkswirtschaften von großer Bedeutung. Es gebe Möglichkeiten, die bei der Nutzung dieser Brennstoffe anfallenden Abgase erheblich zu reduzieren.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace forderte eine stärkere Hinwendung zu erneuerbaren Energien. Kritisiert wurde außerdem das Fehlen verbindlicher Klimaschutzziele wie etwa im Kyoto-Protokoll. Die USA und Australien haben das Protokoll nicht ratifiziert.

>>> Informationen zur Nutzung klimaschädlicher Energiequellen

Im Folgenden einige Informationen zur Nutzung klimaschädlicher Energiequellen (auf der Basis von Informationen des US-Energieministeriums, dem Weltenergiebericht 2005 des britischen Ölkonzerns BP sowie der Amerikanischen Vereinigung für Windenergie):

Kohle: Bei der Verbrennung von Steinkohle entstehen mehr Treibhausgase als bei jeder anderen Energieform. Die fünf größten Kohle-Verbraucher sind weltweit (Zahlen von 2004):
China 34,4 Prozent des Weltverbrauchs
USA 20,3 Prozent
Indien 7,4 Prozent
Japan 4,3 Prozent
Russland 3,8 Prozent.
Russland ist dem Kyoto-Protokoll beigetreten.

Erdöl: Öl ist die Energieform, bei dessen Nutzung das Klima am zweitstärksten belastet wird. Die größten Erdöl-Verbraucher:
USA 25 Prozent
China 8 Prozent
Japan 6 Prozent
Indien 3 Prozent
Südkorea 3 Prozent

Erdgas: Bei der Nutzung von Erdgas entstehen deutlich weniger Treibhausgase als bei Kohle oder Öl. Die größten Verbraucher (Zahlen von 2004):
USA 24,0 Prozent
Russland 15,0 Prozent
Großbritannien 3,7 Prozent
Kanada 3,3 Prozent
Iran 3,2 Prozent

Atomenergie: Bei ihrer Nutzung entsteht praktisch kein klimaschädliches Gas. Die Lagerung radioaktiver Abfälle birgt jedoch auf Jahrhunderte hinaus Gefahren. Die größten Nutzer von Atomenergie sind:
USA 30 Prozent
Frankreich 16 Prozent
Japan 10 Prozent
Deutschland 6 Prozent
Russland 5 Prozent

Windkraft: Die größten Windkraft-Nutzer waren 2003 (eine spätere Statistik sowie prozentuale Anteile am Weltverbrauch lagen nicht vor):
Deutschland
USA
Spanien
Dänemark
Indien
(APA/AP/Reuters)

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    Händeschütteln, während andere den Kopf schütteln. Von links nach rechts: Der chinesische Staatsrat Hua Jianmin und die drei australischen Regierungsmitglieder Außenminister Alexander Downer, Industrieminister Ian Macfarlane und Umweltminister Ian Campbell.

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