Ein Radio für den iPod

14. März 2006, 14:30
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Frische Software, aber kein "Medien-Mac" - Jobs setzt auf die weitere Entwicklung des kreativen Potenzials von Macs

Mit den intelbasierenden Macs erfüllte Steve Jobs und Apple weitverbreitete Erwartungen. Hingegen enttäuschte Jobs weit verbreitete Erwartungen vor der Macworld, die einen "Medien-Mac" voraussagten – eine Art iPod für das Wohnzimmer, mit dem allen Unterhaltungsansprüchen von der Musik bis zu TV-Aufzeichnungen und Onlinevideo genüge getan werden sollte. Apple hat sein erst im Herbst vorgestelltes Fernbedienungsprogramm "Front Row", mit dem Medien auf dem Mac mittels Fernbedienung konsumiert werden können, nicht überarbeitet und auch nicht um die seit langem von Mac-Beobachtern erhoffte TV-Recorder-Funktion erweitert.

Kein neuer iPod

Auch die iPod-Familie, die erst im November um den kleinen iPod nano und Video iPods erweitert wurde, erfuhr derzeit keine Veränderungen – weder gibt es einen neuen Shuffle, der auf Gerüchtebörsen die Runde machte, noch höhere Kapazitäten beim nano. Ein neues Accessoire hat dagegen Aussichten auf einen Bestseller-Platz: Ein in einer Mini-Fernbedienung eingebauter Radiotuner, der an die iPods angeschlossen werden kann und die Geräte zu volltauglichen Radioempfängern wandelt. 14 Millionen iPods verkaufte Apple in seinem Weihnachtsquartal 2005, insgesamt 32 Millionen im Jahr 2005 und 42 Millionen, seitdem die Geräte auf den Markt kamen.

Saturday Night

Nicht nur die Musik, auch das Videoangebot im iTunes-Store wächst beständig; zur Macworld wurde eine neue Sportsendung von ABC/ESPN sowie alten Saturday Night Live Shows aufgenommen. In den 90 Tagen seit Eröffnung wären acht Millionen Videos (meist zu Preisen von 1,99 Dollar) verkauft worden, erklärte Jobs. Der Musikteil des iTunes-Store strebt hingegen zur ersten Milliarde: Bisher wurden 850 Millionen Titel verkauft, in den nächsten Wochen soll die Milliardengrenze durchstoßen werden. Täglich werden drei Millionen Musiktitel über iTunes gekauft, womit sich der Onlineverkauf im letzten Jahr bereits in die Größenordnung der Top-10-Handelsketten hinaufspielte.

iLife 06

Statt auf den "Medien-Mac" setzt Jobs einstweilen auf die weitere Entwicklung des kreativen Potenzials von Macs: Die Programmsuite iLife 06 für Fotografie, Musik und Musikproduktion, Video und DVD-Produktion wurde um wesentliche Webkomponenten erweitert. iWeb ist ein Programm um Websites und Webseiten mit der von Apple gewohnten Eleganz und Einfachheit zu produzieren: Aus dem Medienarchiv am Mac können alle Arten von Elementen dazu verwendet werden, um Webseiten zusammen zu stellen und über Apple Online-Dienst .Mac zu publizieren.

Podcast-Studio

Neue Webfunktionen gibt es auch für Audio- und Videoproduktion: Das Musikprogramm "Garageband" ist jetzt ein komplettes Podcast-Studio, um Audiobeiträge fürs Internet produzieren zu können, komplett mit Bildmaterial, um die Podcasts optisch zu begleiten. iMovie wiederum kann jetzt die mit dem Programm erstellen Filme sowohl auf den iPod exportieren, als auch zur einfachen Produktion von Video-Podcasts verwendet werden. (Helmut Spudich aus San Francisco für derStandard.at)

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