Institut startet Kapitalerhöhung

30. März 2006, 13:54
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Größte Aktien-Emission Österreichs im Gesamtvolumen von 2,75 Milliarden Euro - Bis zu 58,95 Millionen junge Aktien

Wien - Die Erste Bank hat am Montag nach Börseschluss den Startschuss für ihre milliardenschwere Kapitalerhöhung gegeben. Es ist die größte Aktien-Emission in der Geschichte des Finanzplatzes Österreich. Finanziert wird damit der teuerste Zukauf, den ein österreichisches Unternehmens je im Ausland getätigt hat.

Zur Finanzierung der 3,75 Mrd. Euro schweren Mehrheitsübernahme der rumänischen Großbank BCR (Banca Comerciala Romana) sowie die Stärkung der Kapitalbasis begibt die Erste Bank bis zu 58,95 Millionen junge Aktien.

Würden die Aktien zum aktuellen Schlusskurs von 46,60 Euro (abzüglich heuriger geplanter Dividende von 0,55 Euro je Aktie für 2005) platziert, brächte das ein Volumen von 2,75 Mrd. Euro. Das wäre ein Netto-Kapitalzufluss von 2,55 Mrd. Euro.

Frist bis 26. Jänner

Die Details der Emission wurden am Montag vom Vorstand fixiert. Die Angebotsfrist läuft vom kommenden Mittwoch (11. Jänner) an bis 26. Jänner. Dies gab das Institut am Abend weiter bekannt.

Hauptaktionärin der Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen ist die Erste Bank Stiftung, die derzeit 32,2 Prozent besitzt. Die Bundesländer-Sparkassen sind mit 7,1 Prozent beteiligt, der Austria Versicherungsverein mit 6 Prozent. Mit 1,8 Prozent sind die Mitarbeiter am Aktienkapital vertreten. In Händen Privater sind 7 Prozent der Aktien.

Maximaler Bezugspreis: 55 Euro

Für ihre Mega-Aktienemission nutzt die erste Bank die Gunst der Stunde. Bis Ende Jänner ist alles unter Dach und Fach. Die Kapitalerhöhung erfolge "nahe am Börsenkurs" unter Wahrung der Bezugsrechte der bestehenden Aktionäre. Für je 15 alte Aktien können 4 neue Aktien bezogen werden. Der maximale Bezugs- und Angebotspreis werde 55 Euro betragen, teilte die Erste Bank am Montagabend mit.

Die neuen Aktien sind ab dem Geschäftsjahr 2006 dividendenberechtigt. Der endgültige Preis wird am 26. Jänner fixiert. Erster Handelstag der neu emittierten Aktien an der Wiener und Prager Börse soll aus heutiger Sicht der 27. Jänner sein.

Treichl ist vom Erfolg überzeugt

Erste Bank-Chef Andreas Treichl wird in einer Pressekonferenz Dienstag Vormittag weitere Details nennen. Vorab zeigte er sich Montag Abend davon überzeugt, dass die - wie üblich "dealbezogene" - Kapitalmaßnahme "ein voller Erfolg" wird.

"Wir haben die Erste Bank mit unserer klaren Strategie als soliden Wachstumswert bei den Investoren positioniert", so Treichl in einer Bank-Mitteilung. Diesen Weg werde sein Haus auch in Zukunft nicht verlassen. Das Vertrauen, das sein Institut am Kapitalmarkt aufgebaut habe, wolle er "auch mit dem Kauf der rumänischen BCR weiter bestärken".

Mehrzuteilungsoption

Der Vorstand hat heute mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, das Grundkapital der Bank durch die Ausgabe von neuen Aktien um bis zu 24,2 Prozent zu erhöhen. Darüber hinaus wurde eine Mehrzuteilungsoption in Höhe von bis zu 5,89 Millionen neuer Aktien beschlossen.

Stichtag für den Erhalt der Bezugsrechte für die neuen Aktien ist der 10. Jänner. Die Transaktion wird ohne Bezugsrechtshandel durchgeführt. Die Angebotsfrist und das "Bookbuilding" für das Globalangebot laufen vom 11. Jänner bis 26. Jänner. Bezugsrechte können bis inklusive 25. Jänner ausgeübt werden.

Bevorzugte Zuteilung für inländische Privatanleger

Die neuen Aktien werden in Österreich in einem öffentlichen Angebot an institutionelle Anleger und Privatkunden begeben. Für inländische Privatanleger, die bis spätestens 20. Jänner bei der Erste Bank, den anderen Sparkassen oder im Internet via brokerjet zeichnen, wird es bei Orders bis zu 250 Aktien eine bevorzugte Zuteilung geben. International ist die Emission eine Privatplatzierung für institutionelle Anleger.

Die Hauptaktionärin, die Erste Privatstiftung, derzeit mit 32,2 Prozent beteiligt, hat bereits erklärt, bei der Kapitalerhöhung mitziehen zu wollen, um die Beteiligung an der Erste Bank über 30 Prozent zu halten.

"Zahlreiche" Sparkassen, die in Summe knapp 7 Prozent an der Erste Bank halten, haben nach Bank-Angaben ebenfalls erklärt, ihre Bezugsrechte ausüben zu wollen.

Joint Bookrunner und Coordinators sind neben der Erste Bank Goldman Sachs und JPMorgan. Das Emissions-Syndikat besteht weiters aus Citigroup, Credit Suisse First Boston und ABN Amro Rothschild. (APA)

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