UNO-Sondergesandter tritt zurück

28. März 2006, 11:50
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Militärjunta verweigerte Razali zwei Jahre lang Einreise

Kuala Lumpur - Der UNO-Sondergesandte für Burma, Razali Ismail, hat am Sonntag seinen Rücktritt angekündigt. Seine Entscheidung begründete der frühere malaysische Diplomat damit, dass die burmesische Militärjunta ihm in den beiden vergangenen Jahren die Einreise verweigert habe. Er werde seinen Ende Dezember ausgelaufenen Vertrag nicht erneuern, sagte Razali im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP in Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur. Er habe die burmesische Führung seit 22 Monaten nicht in Rangun treffen können, und es sei eindeutig, dass sie keinen Wert auf ihn lege. Die UNO habe seinen Rücktritt angenommen.

Razali spielte eine führende Rolle bei der Aufnahme von Kontakten im Oktober 2000 zwischen den Militärmachthabern und der Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi, die im Mai 2002 vorübergehend aus dem Hausarrest entlassen wurde. Suu Kyi verbrachte zehn der vergangenen 16 Jahre in Hausarrest. Zuletzt hatte die Militärjunta die Friedensnobelpreisträgerin im Mai 2003 während politischer Unruhen festnehmen lassen. Ihre Nationale Liga für Demokratie (NLD) hatte die Parlamentswahl von 1990 gewonnen; die Militärregierung erkannte das Wahlergebnis jedoch nicht an.

ASEAN soll gegen Militärjunta vorgehen

Razali hatte sich wiederholt skeptisch zu den Chancen einer Wiederherstellung der Demokratie in Burma geäußert. Er drängte unter anderem die Südostasiatische Staatengemeinschaft (ASEAN), der seit 1997 auch Burma angehört, zu einem entschiedeneren Vorgehen gegenüber der Militärjunta. Diese stimmte auf dem jüngsten Gipfeltreffen der Staatengemeinschaft im Dezember in Kuala Lumpur dem Besuch eines ASEAN-Sondergesandten zu. Am Freitag ließen die Militärmachthaber den Besuch des Sondergesandten auf unbestimmte Zeit verschieben. Wegen der Verlegung der Hauptstadt Rangun sei die Regierung zu beschäftigt, um den malaysischen Außenminister Syed Hamid Albar empfangen zu können, hieß es zur Begründung. (APA)

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    UNO-Sondergesandter für Burma, Razali Ismail, wird seinen Vertrag nicht weiter verlängern.

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